Bautagebuch für Bauherren
Für alle, die selbst bauen oder sanieren: einmal am Tag festhalten, wer da war, was gemacht wurde — und an welchen Tagen niemand kam. Foto dazu, Datum und Uhrzeit setzt das Tagebuch selbst, das Wetter holst du mit einem Tipp vom Deutschen Wetterdienst. Der Tagesbericht geht als PDF in deine Bauakte.
So nutzt du es
- Einmal den Kopf setzen. Oben auf „Bauvorhaben“ tippen: Adresse, Baufirma, Bauleitung. Mit der Postleitzahl holt der Knopf daneben das Wetter des Tages. Diese Angaben bleiben stehen, du trägst sie nur einmal ein.
- Beim Besuch auf der Baustelle eintragen. Der große Knopf öffnet einen leeren Eintrag: Art wählen — Arbeiten, Lieferung, Absprache, Mangel — Ort antippen, kurz beschreiben oder diktieren. War niemand da, genügt genau das: Art „Niemand da“, ein Satz, fertig. Für ein Foto tippst du im Eintrag auf „+ Foto“ und markierst danach die Stelle im Bild; wer mit dem Foto anfangen will, nimmt den Kamera-Knopf daneben.
- Tag abschließen. „Tagesbericht als PDF“ erzeugt das Blatt, danach „Neuer Tag“. Adresse, Firma und Postleitzahl bleiben stehen.
Warum sich der Aufwand lohnt
Beim Bauen geht der Streit fast immer um zwei Fragen: Wann war was fertig, und wie sah es damals aus. Beides entscheidet sich später an dem, was jemand aufgeschrieben hat. Ein Foto vom offenen Rohbau mit Datum ist mehr wert als jede Erinnerung — vor allem, wenn es später verkleidet ist und niemand mehr hinsehen kann. Leitungen in der Wand, Dämmung unter dem Estrich, Abdichtung hinter der Fliese: Fotografiere das, solange es offen liegt.
Die Tage ohne Arbeit sind der zweite Grund. Wer eine Bauzeitüberschreitung reklamieren will, braucht keine Schätzung, sondern eine Liste. Und dazu passt das Wetter: Wenn im Nachhinein behauptet wird, es sei zu nass oder zu kalt gewesen, steht auf deinem Blatt, was der Deutsche Wetterdienst für diesen Tag gemessen hat.
Zum Wetter
Tippst du auf „Wetter holen“, fragt die Seite die Messwerte des Deutschen Wetterdienstes für den Tag ab, den das Blatt trägt — nicht für den Moment. Du kannst also abends in Ruhe schreiben. Eingetragen werden Witterung, Temperatur morgens und mittags, Tiefst- und Höchstwert, Niederschlag und Wind; Frost wird vermerkt, sobald der Tiefstwert bei null oder darunter lag.
Auf dem Blatt steht auch, welche Station geliefert hat und wie weit sie entfernt ist. Das gehört zur Ehrlichkeit dazu: Die Station steht nicht an deinem Grundstück, bei größerem Abstand kann es vor Ort anders gewesen sein.
Der Abruf ist freiwillig und geschieht nur auf diesen Knopf. Dabei geht — anders als sonst auf dieser Seite — eine Anfrage nach außen; die Postleitzahl wird vorher auf deinem Gerät in Koordinaten umgerechnet. Ohne Internet trägst du die Witterung von Hand ein. Was genau übertragen wird, steht in der Datenschutzerklärung.
Was auf dem Tagesbericht steht
Eine A4-Seite je Tag: oben dein Name und deine Anschrift, daneben Bauvorhaben, Baufirma, Bauleitung, Datum und die Wetterzeile mit Quelle. Darunter die durchnummerierte Liste aller Einträge mit Ort, Art, Beschreibung und Uhrzeit, dann der Bildanhang, in dem jedes Foto auf seine Nummer verweist. Unterschriftszeilen gibt es hier bewusst nicht — du dokumentierst für dich.
Jedes Foto trägt seinen Zeitstempel selbst: Datum, Uhrzeit, Ort und Nummer werden unten ins Bild eingebrannt. So bleibt der Zusammenhang erhalten, auch wenn du das Bild einzeln an die Baufirma schickst.
Wo die Daten liegen
Alles bleibt auf deinem Gerät — die Fotos im Bildspeicher des Browsers, die Texte daneben. Kein Konto, kein Server, kein Upload. Die Kehrseite: räumt der Browser seinen Speicher auf, oder wechselst du das Gerät, sind die Daten weg. Deshalb nach jedem Tag einmal „Sicherung speichern“ antippen und die Datei zu deinen Bauunterlagen legen.
Wenn du notierst, welche Firmen und Personen da waren, verarbeitest du personenbezogene Daten. Für die eigene Bauakte ist das üblich und zulässig. Schreib trotzdem nicht mehr auf, als der Zweck verlangt, und gib die Blätter nicht weiter, wo es nicht nötig ist.
Was dieses Tagebuch nicht ist
Es ersetzt keine Bauleitung und keinen Sachverständigen. Wer einen ernsten Mangel vermutet, sollte ihn ansehen lassen, statt ihn nur zu fotografieren — und eine Mängelrüge gehört schriftlich an den Vertragspartner, nicht ins Tagebuch. Was dieses Werkzeug leistet, ist die laufende, datierte Aufzeichnung dessen, was du selbst gesehen hast. Das ist der Teil, der später am häufigsten fehlt.