Zum Inhalt springen

Bautagebuch für Handwerker

Ein Blatt je Tag: was gemacht wurde, wer da war, wie viele Stunden — und woran es gehakt hat. Foto dazu, Datum und Uhrzeit setzt das Tagebuch selbst. Das Wetter holst du dir mit einem Tipp vom Deutschen Wetterdienst. Am Feierabend geht der Tagesbericht als PDF raus, dann ist der Tag zu.

So läuft ein Tag damit ab

  1. Morgens den Kopf setzen. Oben auf „Bauvorhaben“ tippen: Adresse, Auftraggeber, dein Gewerk, Arbeitszeit, wie viele Leute du dabei hast. Trägst du die Postleitzahl der Baustelle ein, holt der Knopf daneben das Wetter. Über das Zahnrad hinterlegst du deinen Betrieb samt Logo — das gilt dann für alle Protokolle auf diesem Gerät.
  2. Über den Tag eintragen. Der große Knopf öffnet einen leeren Eintrag: Art wählen — Arbeiten, Behinderung, Lieferung, Anweisung — Ort antippen, kurz beschreiben oder diktieren. Ein Foto ist kein Muss. Brauchst du eines, tippst du im Eintrag auf „+ Foto“ und markierst danach die Stelle im Bild. Wer sowieso mit dem Foto anfängt, nimmt gleich den Kamera-Knopf daneben.
  3. Feierabend. „Tagesbericht als PDF“ erzeugt das Blatt: Kopf mit Wetter und Stunden, Liste aller Einträge, Bildanhang, Unterschriftszeilen. Danach „Neuer Tag“ — Bauvorhaben, Gewerk und Postleitzahl bleiben stehen, alles andere ist frei für morgen.

Warum sich das rechnet

Der eigentliche Wert eines Bautagebuchs zeigt sich erst im Streit. Wenn der Generalunternehmer zwei Monate später sagt, du seist zu langsam gewesen, zählt nur, was damals aufgeschrieben wurde: dass am 12. der Estrich noch feucht war, dass am 15. der Kran den ganzen Vormittag blockiert war, dass drei Leute da waren und nicht arbeiten konnten. Wer das laufend festhält, ist bei einer Behinderungsanzeige nach VOB/B in einer völlig anderen Lage als jemand, der es hinterher aus dem Gedächtnis zusammensetzt.

Dasselbe gilt für Regiearbeiten. Stunden, die am selben Tag mit Ort, Tätigkeit und möglichst Foto festgehalten sind, lassen sich schwer wegdiskutieren.

Zum Wetter

Tippst du auf „Wetter holen“, fragt die Seite die Messwerte des Deutschen Wetterdienstes für den Tag ab, den das Blatt trägt — nicht für den Moment. Wer abends oder drei Tage später schreibt, bekommt trotzdem die richtigen Zahlen. Eingetragen werden Witterung, Temperatur morgens und mittags, Tiefst- und Höchstwert, Niederschlag und Wind. Frost wird dazugeschrieben, sobald der Tiefstwert bei null oder darunter lag.

Auf dem Blatt steht dann auch, welche Station geliefert hat und wie weit sie entfernt ist. Das ist wichtig und ehrlich zugleich: Die Station steht nicht an deinem Bauzaun. Bei 20 Kilometern Abstand oder im Bergland kann es vor Ort anders gewesen sein. Als Anhaltspunkt ist eine amtliche Messung trotzdem etwas ganz anderes als ein angekreuztes Kästchen.

Der Abruf ist freiwillig und passiert nur auf diesen Knopf. Dabei geht — anders als sonst auf dieser Seite — eine Anfrage nach außen; deine Postleitzahl wird vorher auf dem Gerät in Koordinaten umgerechnet. Ohne Internet oder ohne Postleitzahl trägst du Witterung und Temperatur wie gewohnt von Hand ein. Was dabei genau übertragen wird, steht in der Datenschutzerklärung.

Was auf dem Tagesbericht steht

Eine A4-Seite je Tag: dein Betrieb im Kopf, daneben Bauvorhaben, Auftraggeber, Gewerk, Datum, Arbeitszeit, Anzahl der Leute und Stunden, dazu die Wetterzeile mit Quelle. Darunter die durchnummerierte Liste aller Einträge mit Ort, Art, Beschreibung und Uhrzeit, dann die Unterschriftszeilen und der Bildanhang, in dem jedes Foto auf seine Nummer verweist.

Die Unterschriftszeilen sind ein Angebot, keine Pflicht. Zeichnet die Bauleitung einmal gegen, ist das Blatt bei Streit ein ganz anderes Papier. Wer nur für sich dokumentiert, lässt sie leer.

Jedes Blatt trägt unten seine Nummer, das Bauvorhaben, das Datum und „Seite X von Y“. Jedes Foto trägt seinen Zeitstempel selbst: Datum, Uhrzeit, Ort und Nummer werden unten ins Bild eingebrannt, sobald der Eintrag gespeichert ist. So bleibt der Zusammenhang erhalten, auch wenn das Bild einzeln per Nachricht weitergeht.

Wo die Daten liegen

Alles bleibt auf deinem Gerät — die Fotos im Bildspeicher des Browsers, die Texte daneben. Es gibt kein Konto, keinen Server und keinen Upload. Das hat eine Kehrseite: räumt der Browser seinen Speicher auf, oder wechselst du das Gerät, sind die Daten weg. Deshalb den Tag nach dem PDF einmal über „Sicherung speichern“ als Datei ablegen. Sie enthält Texte und Bilder und lässt sich jederzeit wieder laden.

Ein Hinweis zu den Namen: Wer notiert, welche Firmen und Personen auf der Baustelle waren, verarbeitet personenbezogene Daten. Für die eigene Bauakte ist das üblich und zulässig. Gib die Blätter aber nicht weiter, wo es nicht nötig ist, und schreib nicht mehr auf, als der Zweck verlangt.

Was dieses Tagebuch nicht ist

Ein Bautagebuch im Sinne der HOAI führt die Bauleitung, nicht der Nachunternehmer. Dieses Werkzeug ist deine eigene Aufzeichnung: eine saubere, datierte Dokumentation dessen, was du gesehen und gemacht hast. Für die Beweiskraft zählt nicht das Formular, sondern dass laufend, zeitnah und widerspruchsfrei geschrieben wurde. Ein manipulationssicherer Zeitstempel im rechtlichen Sinn ist es nicht — dafür bräuchte es die signierte Quittung eines Zeitstempeldienstes.