Steilheit & Niveau verstehen, Vorlauftemperatur ablesen, optimierte Einstellung vergleichen
Steilheit erhöhen (z. B. +0,1). Die Kurve wird am kalten Ende steiler, milde Tage bleiben unverändert.
Steilheit senken (z. B. −0,1). Der häufigste Fall – die meisten Kurven sind ab Werk zu steil eingestellt.
Niveau erhöhen (z. B. +1–2 K) und die Steilheit leicht senken – so bleibt der Vorlauf am kalten Ende gleich.
Niveau senken (z. B. −1–2 K). Jede eingesparte Vorlauf-Stufe senkt die Verluste – besonders bei der Wärmepumpe.
Heizkurve nach der branchenüblichen Kennlinien-Näherung (VL = Soll + Niveau + Steilheit · 1,8329 · ΔT^0,8281). Reglerhersteller nutzen leicht abweichende Kennlinienfelder – die Werte dienen der Orientierung und dem Vergleich. Sparpotenzial als Faustwert je Kelvin mittlerer Vorlauf-Absenkung. Keine Rechtsberatung.
Die Heizkurve (Heizkennlinie) legt fest, wie warm der Heizungsvorlauf bei welcher Außentemperatur wird. Zwei Stellgrößen bestimmen sie: die Steilheit (wie stark der Vorlauf bei Kälte ansteigt) und das Niveau (Parallelverschiebung der ganzen Kurve). Die meisten Anlagen laufen ab Werk zu steil und zu hoch — jedes unnötige Kelvin Vorlauf kostet Wirkungsgrad: bei der Wärmepumpe rund 2–3 % Strom pro Kelvin, beim Brennwertkessel etwa 1 % durch schlechtere Kondensation. Der Rechner macht beide Stellgrößen sichtbar und vergleicht deine aktuelle mit einer optimierten Einstellung.
Stelle alle Thermostatventile voll auf (sonst verdecken sie die Kurve), ändere eine Stellgröße pro Tag und beobachte die Raumtemperatur. Grundregel: Passt es bei Frost nicht, ist die Steilheit dran; passt es in der Übergangszeit nicht, das Niveau. Taste dich von oben herunter — so lange absenken, bis es gerade noch überall warm wird. Bei Wärmepumpen lohnt der Blick doppelt: Ziel ist ein Vorlauf von höchstens 50–55 °C am kältesten Tag, besser darunter.
Fußbodenheizung: 0,3–0,8. Heizkörper im sanierten Gebäude: 1,0–1,3. Heizkörper im unsanierten Altbau: 1,5–2,0. Liegt deine Kurve deutlich darüber, ist sie fast sicher zu steil eingestellt — oder das Gebäude braucht dringend Dämmung.
Bei der Wärmepumpe rund 2–3 % weniger Stromverbrauch, weil der Temperaturhub kleiner wird. Beim Brennwertkessel etwa 1 %, weil das Abgas besser kondensiert. Beim alten NT-Kessel sind es nur die geringeren Verteilverluste (~0,5 %). Zusätzlich gilt unabhängig davon: 1 K weniger Raumtemperatur spart rund 6 % Heizenergie.
Erst die Steilheit an einem richtig kalten Tag einstellen (Raumtemperatur passt bei Frost), danach das Niveau in der Übergangszeit nachjustieren. Immer nur eine Änderung pro Tag, Thermostate voll geöffnet — sonst regeln sie den Effekt weg und du drehst im Blindflug.
Die Jahresarbeitszahl hängt direkt am Temperaturhub zwischen Quelle und Vorlauf. Eine zu steile Kurve kostet still und dauerhaft Effizienz. Faustregel: Nach jeder Dämm-Maßnahme und nach einem hydraulischen Abgleich die Kurve neu heruntertasten — oft sind 5–10 K weniger drin, das sind bei der Wärmepumpe 10–25 % Strom.