Lohnt sich die Dämmung? Einsparung, Amortisation und optimale Dämmstärke – mit GEG-Check
Vereinfachte Rechnung: Einsparung = ΔU × Fläche × Temperaturkorrekturfaktor × 70 kKh/a Heizgradstunden × Anlagenaufwandszahl. Reale Einsparungen hängen von Wärmebrücken, Nutzerverhalten und Ausführungsqualität ab. U-Wert-Vorbelegung nach amtlichen Baualtersklassen (BAnz AT 04.12.2020 B1), Anforderungswerte nach GEG Anlage 7. Keine Rechts- oder Förderberatung.
Der Dämmungsrechner beantwortet die wichtigste Frage vor jeder Dämm-Maßnahme: Wann hat sich die Investition bezahlt gemacht? Du wählst das Bauteil – Fassade, Kerndämmung, Dach, oberste Geschossdecke, Flachdach oder Kellerdecke –, die Dämmstärke und deine Heizung. Der Rechner zeigt U-Wert vorher/nachher, die jährliche Einsparung in kWh und Euro, die Amortisationszeit mit und ohne Energiepreissteigerung, die CO₂-Minderung und als Kurve die optimale Dämmstärke. Dazu prüft er, ob die geplante Dämmung die GEG-Anforderungen (Anlage 7) erfüllt.
Marktübliche Komplettpreise 2026 (inkl. Montage) und realistische Amortisationsspannen bei heutigen Energiepreisen:
| Maßnahme | Kosten | Amortisation | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Oberste Geschossdecke (begehbar, 20 cm) | 40–80 €/m² | 2–8 Jahre | Die rentabelste Maßnahme – oft in Eigenleistung machbar |
| Kerndämmung / Einblasdämmung | 25–50 €/m² | 3–6 Jahre | Sehr günstig, aber nur bei zweischaligem Mauerwerk möglich |
| Kellerdecke unterseitig (10 cm) | 22–83 €/m² | 7–9 Jahre | Warme Füße inklusive; DIY deutlich schneller rentabel |
| Fenster 3-fach (zum Vergleich) | 600–1.400 €/Stück | 7–14 Jahre | Meist im Zuge ohnehin fälliger Erneuerung |
| Zwischensparrendämmung Dach | 55–150 €/m² | 10–20 Jahre | Sinnvoll beim Dachausbau |
| WDVS Fassade (14–16 cm) | 130–250 €/m² | 14–30 Jahre (Vollkosten) ~8 Jahre (nur Mehrkosten) | Rechnet sich vor allem, wenn die Fassade ohnehin fällig ist |
| Aufsparrendämmung inkl. Neueindeckung | 150–350 €/m² | 18–25 Jahre (bei fälligem Dach) | Nur im Zuge der Neueindeckung wirtschaftlich |
Bei Fassade und Dach entscheidet die Betrachtungsweise über das Ergebnis: Muss die Fassade ohnehin neu verputzt werden (35–80 €/m²) oder das Dach ohnehin neu gedeckt, zählen für die Wirtschaftlichkeit der Dämmung nur die energiebedingten Mehrkosten – und die Amortisation verkürzt sich um den Faktor 2 bis 5. Genau deshalb gilt die Handwerkerregel: Dämmen, wenn das Gewerk sowieso ansteht. Der Rechner hat dafür einen eigenen Schalter. Übrigens: Wer mehr als 10 % einer Bauteilfläche erneuert, muss nach GEG Anlage 7 ohnehin dämmen (z. B. Außenwand auf U ≤ 0,24 W/(m²K)).
Die oberste Geschossdecke und – falls das Mauerwerk zweischalig ist – die Kerndämmung: geringe Kosten, große Wirkung, Amortisation oft unter 5 Jahren. Danach folgt die Kellerdecke. Fassade und Dach rechnen sich vor allem dann, wenn Putz oder Eindeckung ohnehin fällig sind (Sowieso-Kosten-Prinzip).
Die ersten Zentimeter bringen den Löwenanteil: Von U = 1,4 auf 0,35 W/(m²K) kommt man schon mit ~10 cm; eine Verdopplung auf 20 cm halbiert den Restverlust nur noch. Wirtschaftlich optimal sind je nach Bauteil und Kostenstruktur meist 12–20 cm (WLS 035). Da der Arbeitsanteil fix ist, kostet mehr Dämmstoff aber relativ wenig – wer einmal dämmt, sollte eher dicker dämmen und dabei die Förder- und GEG-Grenzwerte gleich mit erfüllen. Die Kurve im Rechner zeigt den Verlauf für deinen Fall.
Bei Änderung von mehr als 10 % einer Bauteilfläche gelten die Höchstwerte der Anlage 7: Außenwand, Dachschrägen und oberste Geschossdecke 0,24, Flachdach 0,20, Fenster 1,3, Kellerdecke (unterseitig gedämmt) 0,50, Wände und Böden gegen Erdreich 0,30 W/(m²K). Für die BEG-Förderung gelten nochmals strengere Werte (z. B. Außenwand ≤ 0,20). Der Rechner prüft die Anlage-7-Grenze automatisch.
Ja: Als BEG-Einzelmaßnahme gibt es 15 % Zuschuss (mit iSFP: höheres Kostenbudget und Bonus, Stand 08/2026), alternativ den Steuerbonus nach § 35c EStG mit 20 % über drei Jahre. Voraussetzung sind die technischen Mindestanforderungen der Förderung (strenger als das GEG) und die Antragstellung vor Beauftragung. Die Sätze ändern sich regelmäßig – aktuellen Stand bei BAFA/KfW prüfen.
Im Gegenteil: Eine fachgerecht ausgeführte Außendämmung erhöht die Oberflächentemperatur der Innenwände und senkt damit das Schimmelrisiko. Kritisch sind dichte neue Fenster ohne Lüftungskonzept sowie schlecht geplante Innendämmung. Nach einem Fenstertausch gehört ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 dazu – siehe unser Lüftungsbedarfsrechner.