Einmal aufmessen.
Alle Flächen, die du brauchst.
Grundriss laden, Maßstab setzen, Räume aufziehen: Daraus folgen die Wohnfläche nach WoFlV samt Dachschrägen-Zonen, die Fläche nach II. BV und DIN 277 daneben, und das vollständige Aufmaß für die Gewerke — Wandfläche brutto, netto und nach VOB/C, Leibungen, Decke, Sockelleiste. Am Ende ein Aufmaßblatt, auf dem jeder Posten mit seinem Paragrafen steht.
Anleitung: Wohnfläche berechnen und ein Aufmaß erstellen – Schritt für Schritt Grundriss laden, Maßstab setzen, Räume zeichnen, Dachschrägen und Öffnungen eintragen, Aufmaßblatt drucken. Mit Grenzwerttabellen, Beispielrechnung, typischen Fehlern, Fragen und Quellen · aufklappen bei Bedarf
Ein Aufmaß ist schnell gemacht und schwer zu prüfen. Die Zahl allein sagt nichts — erst der Rechenweg zeigt, ob der Balkon zu einem Viertel oder zur Hälfte drinsteckt, ob unter der Dachschräge richtig gestaffelt wurde und ob die Tür beim Maler mitbezahlt oder beim Fliesenleger abgezogen gehört. Dieses Werkzeug zeichnet die Räume auf einem Grundriss, rechnet daraus alle gängigen Flächen parallel und schreibt jeden Posten mit seiner Rechtsgrundlage auf ein Blatt, das man jemandem hinlegen kann.
Schritt 1: Grundriss laden
Oben links liegen zwei Knöpfe: Beispielgrundriss öffnet einen fertigen Plan zum Ausprobieren, Grundriss laden nimmt ein eigenes Bild an — ein Foto des Bauplans, einen Screenshot aus dem PDF, eine Zeichnung als SVG. Große Bilder werden auf 2400 Bildpunkte Kantenlänge verkleinert, damit der Browser nicht in die Knie geht; ein SVG bleibt, wie es ist.
Der Plan muss nicht maßstäblich gedruckt sein — es genügt, dass er unverzerrt ist und eine Strecke enthält, deren Länge du kennst. Für mehrere Geschosse legst du mit Etage anlegen weitere Ebenen an, jede mit eigenem Bild und eigenem Maßstab.
Wer schon einen Elektroplan im Steckdosenplaner gezeichnet hat, lädt dessen JSON-Sicherung mit Aus dem Steckdosenplaner: Grundrissbild, Maßstab und alle Raumflächen werden übernommen. Symbole, Stromkreise und Leitungen bleiben außen vor — dieses Werkzeug kennt sie nicht.
Schritt 2: Maßstab setzen
Ohne Maßstab bleibt jede Fläche leer — das Werkzeug weiß sonst nicht, wie viele Zentimeter ein Bildpunkt sind. In der Leiste über dem Plan das Werkzeug Maßstab wählen, dann die beiden Enden einer bekannten Strecke anklicken und im Dialog ihre Länge in Metern eintragen. Die Strecke rastet waagerecht oder senkrecht ein; die Umschalttaste hebt das auf, wenn du eine schräge Kante abgreifen willst.
Nimm die längste Strecke, die du sicher kennst: eine durchgehende Außenwand ist besser als eine Türbreite, weil sich der Fehler beim Anklicken dann auf mehr Meter verteilt. Mit dem Werkzeug Messen kannst du danach jederzeit gegenprüfen, ohne etwas zu ändern — gut geeignet für die Diagonale: stimmt sie nicht mit den beiden Seiten überein, ist der Raum nicht rechtwinklig, und du zeichnest ihn besser als Vieleck.
Schritt 3: Räume aufziehen
Zwei Wege führen zur Raumfläche:
- Raum aufziehen — ein Rechteck über den Raum ziehen. Das Fadenkreuz rastet in die Flucht der bereits gezeichneten Raumecken, so dass angrenzende Räume bündig werden.
- Polygonraum — Ecke für Ecke klicken, für L-Formen, Erker und alles Schiefe. Ein Klick auf die erste Ecke schließt den Umriss, die Rücktaste nimmt die letzte Ecke zurück, Esc verwirft.
Ist ein Raum gewählt, hängen an ihm Griffe: Ecken ziehen die Fläche um, das ⊕ an einer Kante zieht schräg nach außen einen Anbau heraus, angetippt teilt es die Kante in Abschnitte. Beim Vieleck setzt das ⊕ auf der Kantenmitte eine neue Ecke ein, ein Doppeltipp auf eine Ecke entfernt sie. Für einen L-förmigen Raum kannst du auch Fläche anhängen in der Seitenleiste nutzen und ein zweites Rechteck an denselben Raum hängen — überlappende Rechtecke werden zu einem Umriss vereinigt, ohne dass die Überlappung doppelt zählt.
Im Dialog legst du Name und Art des Raumes fest. Die Art entscheidet über die Anrechnung: Wohnraum, Zubehörraum innerhalb oder außerhalb der Wohnung, Geschäftsraum, Keller- oder Hobbyraum, Balkon, Loggia, Dachgarten, Terrasse, Wintergarten, Schwimmbad. Das ist keine Beschriftung, sondern die Weiche zwischen 100 Prozent, der Hälfte, einem Viertel und null.
Schritt 4: Raumhöhe und Dachschrägen
Jeder Raum hat eine lichte Raumhöhe, Vorgabe 2,50 m. Sie steuert die Wandfläche und — bei Räumen ohne Schräge — die Anrechnung: ab 2,00 m voll, zwischen 1,00 und 2,00 m zur Hälfte, darunter gar nicht. In Altbauten lohnt es sich, an mehreren Stellen zu messen: für die Wandfläche den Mittelwert nehmen, für die Prüfung einer Schwelle den kleinsten Wert.
Für Dachgeschosse trägst du unter Dachschrägen je Wand die Wand ein, an der die Schräge ansetzt, dazu Kniestock k (die senkrechte Wand vom Fußboden bis zum Schrägenbeginn) und die Dachneigung α. Daraus rechnet das Werkzeug die Zonengrenzen als waagerechten Abstand von der Traufwand:
| Größe | Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| d₁ | (1,00 m − k) ÷ tan α | hier beginnt die Zone, die zur Hälfte zählt |
| d₂ | (2,00 m − k) ÷ tan α | hier beginnt die Zone, die voll zählt |
| Fläche unter 1 m | d₁ × Wandlänge | zählt gar nicht |
| Fläche 1 bis 2 m | (d₂ − d₁) × Wandlänge | zählt zur Hälfte |
| Fläche ab 2 m | Rest der Grundfläche | zählt voll |
Ist der Kniestock mindestens 1,00 m hoch, entfällt die Nullzone; ab 2,00 m entfällt auch die Halbzone. Wer die Zonenbreiten schon aus der Bauzeichnung kennt, stellt die Zeile auf Breiten direkt um und trägt sie ein, ohne k und α zu bemühen. Bei einem Satteldach mit zwei Schrägen bekommt jede Traufwand ihre eigene Zeile.
Der zweite Weg führt über den Plan: Teilfläche zeichnen und als Höhenzone unter 1 m oder 1 bis 2 m anlegen. Beide Wege addieren sich — außer an derselben Wand: dort ersetzt die gezeichnete Fläche die gerechnete, sonst stünde dieselbe Fläche zweimal im Ergebnis. Das Werkzeug sagt es dazu, wenn es passiert.
Die Wand unter einer Schräge wird für die Wandfläche nur mit ihrer Kniestockhöhe gerechnet — dort steht ja keine volle Wand. Die waagerechte Tiefe der Schräge geht in die Deckenfläche ein: die zu streichende Schräge ist die abgewickelte Fläche, also Tiefe geteilt durch cos α. Bei 45 Grad ist das der Faktor 1,41 — ein Mehrbedarf, den Faustformeln gern unterschlagen.
Schritt 5: Abzüge, Nischen und Erker
§ 3 WoFlV zählt genau auf, was von der Grundfläche abgezogen wird und was drinbleibt. Die wichtigste Erkenntnis: die meisten Einbauten bleiben drin. Fuß- und Sockelleisten, Tür- und Fensterbekleidungen, fest eingebaute Öfen, Herde, Bade- und Duschwannen, freiliegende Installationen, Einbaumöbel und versetzbare Raumteiler werden mitgerechnet (§ 3 Abs. 2).
| Gegenstand | Grenzwert | Folge |
|---|---|---|
| Schornstein, Vormauerung, Bekleidung, freistehender Pfeiler, Säule | Höhe über 1,50 m und Grundfläche über 0,10 m² | abziehen — beides muss zutreffen |
| Treppe und Treppenabsatz | mehr als drei Steigungen | abziehen; bis drei Steigungen bleibt die Fläche drin |
| Türnische | — | zählt nie mit |
| Fensternische, nicht bodentiefe Wandnische | — | zählt nie mit |
| Bodentiefe offene Wandnische | tiefer als 0,13 m | zählt mit |
| Erker, Wandschrank | WoFlV: kein Mindestmaß · II. BV: ab 0,50 m² | zählt mit |
Ein Pfeiler mit 0,08 m² wird also nicht abgezogen, weil er zu klein ist; ein 40 cm hoher Sockelvorsprung nicht, weil er zu niedrig ist — selbst wenn er groß ist. Unter jeder Zeile im Werkzeug steht, ob der Eintrag zählt und warum. Große Einbauten lassen sich statt über B × T auch im Plan als Teilfläche Abzug zeichnen; dann trägst du nur noch die Höhe nach.
Schritt 6: Öffnungen je Wand
Türen, Fenster, Durchgänge und Nischen gehören zu einer bestimmten Wand — das Werkzeug nummeriert die Wände eines Raumes im Uhrzeigersinn als W1, W2, W3 und nennt ihre Länge dazu. Je Öffnung trägst du Breite, Höhe, Brüstungshöhe, Anzahl und die Leibungstiefe ein, dazu das Häkchen bodentief für bodentiefe Fenster und Terrassentüren.
Daraus fallen mehrere Zahlen an: die Öffnung mindert die Wandfläche netto, sie wird für die VOB-Fläche gegen die Übermessungsgrenze des Gewerks geprüft, ihre Leibung wird gesondert ausgewiesen, und Türen, Durchgänge und bodentiefe Fenster unterbrechen die Sockelleiste. Eine Nische bringt zusätzlich ihre Rückfläche in die Abrechnung.
Die Zeile Unterbrechungen ist etwas anderes als eine Öffnung: gemeint sind stabförmige Bauteile, die eine Fläche durchtrennen — Stützen, Unterzüge, Gesimse, Lisenen, Fachwerkteile. Für sie gilt keine Flächengrenze, sondern eine Breitengrenze: bis 0,30 m Einzelbreite werden sie beim Flächenmaß übermessen, beim Längenmaß bis 1,00 m Einzellänge. Die VOB/C führt beide Begriffe ausdrücklich getrennt, und dieses Werkzeug tut es auch.
Schritt 7: Verfahren, Gewerk und Abrechnungsmodus
Oben in der Seitenleiste stehen die Schalter, die für das ganze Projekt gelten:
- Verfahren — WoFlV (für Verträge ab 2004), II. BV (für ältere) oder beide nebeneinander. Der BGH stellt für die maßgebliche Methode auf den Zeitpunkt des Vertragsschlusses ab.
- Vereinbarte Fläche im Vertrag — optional; das Blatt zeigt dann die Abweichung in Prozent mit einer Ampel.
- Gewerk — setzt die Übermessungsgrenze und die Einheit der Leibungen für die VOB-Fläche.
- Abrechnungsmodus — Vorgabe ist die tatsächliche Fläche, wie sie beim BGB-Bauvertrag gilt; „VOB/C (gewerblich)“ stellt auf die Abrechnung nach den Übermessungsregeln um.
- Maßsystem je Raum — lichte Maße oder Rohbaumaße. Nur bei Rohbaumaßen und nur im II.-BV-Modus wird der Putzabzug von 3 Prozent angesetzt.
| Gewerk | ATV, Ausgabe | Öffnungen übermessen bis | Aussparungen in Böden | Leibungen |
|---|---|---|---|---|
| Maler- und Lackierarbeiten | DIN 18363, 2019-09 | 2,50 m² | 0,50 m² | immer gesondert, Längenmaß |
| Putz- und Stuckarbeiten | DIN 18350, 2019-09 | 2,50 m² | — | bis 1 m Breite Längenmaß, darüber Flächenmaß |
| Tapezierarbeiten | DIN 18366, 2019-09 | 2,50 m² | — | immer gesondert, Längenmaß |
| Trockenbauarbeiten | DIN 18340, 2023-09 | 2,50 m² | 0,50 m² | bis 1 m Tiefe Längenmaß, darüber Flächenmaß |
| Wärmedämm-Verbundsysteme | DIN 18345, 2019-09 | 2,50 m² | — | stets Längenmaß, nach Tiefen getrennt |
| Fliesen- und Plattenarbeiten | DIN 18352, 2019-09 | 0,10 m² (nach Sekundärquellen) | 0,10 m² | gesondert |
| Bodenbelagarbeiten | DIN 18365, 2019-09 | 0,10 m² (nach Sekundärquellen) | 0,10 m² | nicht einschlägig |
Ausgabestand: VOB/C Gesamtausgabe 2019 mit Ergänzungsband 2023, in Kraft seit 01.10.2023. DIN 18299 und DIN 18340 gelten in der Fassung 2023-09, die übrigen genannten ATV in 2019-09; eine VOB/C 2025 oder 2026 gibt es nicht. Die beiden mit nach Sekundärquellen gekennzeichneten Werte sind durch mehrere unabhängige Fachquellen gedeckt, aber nicht am kostenpflichtigen Normtext gegengeprüft — wer danach abrechnet, sollte den Wortlaut der ATV zur Hand haben. Unterbrechungen werden in allen genannten ATV bis 0,30 m Einzelbreite (Flächenmaß) und bis 1,00 m Einzellänge (Längenmaß) übermessen.
Schritt 8: Ergebnis lesen und Aufmaßblatt drucken
Unter dem Plan entsteht das Aufmaßblatt. Es hat fünf Teile:
- Kennzahlen — Wohnfläche nach dem gewählten Verfahren, Nutzungsfläche nach DIN 277, Abweichung zur Vertragsfläche, Wandfläche.
- Plan — der Grundriss mit den aufgemessenen Räumen, ihren Grundflächen und der angerechneten Wohnfläche.
- Flächen je Raum — Grundfläche, die drei Höhenzonen, WoFlV, II. BV und DIN 277 mit Kennzeichen R oder S. Zubehör- und Geschäftsräume stehen in einem eigenen Block darunter, damit niemand sie versehentlich mitzählt.
- Aufmaß je Raum — Umfang, Höhe, Wand brutto, netto und nach VOB/C, Leibungen, Decke, Sockelleiste.
- Rechenweg — jeder Posten einzeln, mit Paragraf und Begründung. Das ist der Teil, den ein Sachverständiger oder ein Gericht nachrechnen kann.
Der Block Material lässt sich aufklappen: Farbe für zwei Anstriche, Tapetenrollen, Bodenbelag und Sockelleisten mit Verschnitt. Diese Mengen sind Faustregeln aus der Praxis und stehen in keiner Norm — sie ersetzen nicht die Herstellerangabe, taugen aber für die erste Bestellung. Abgerechnet wird ohnehin die Fläche, nicht der Verbrauch.
Aufmaßblatt drucken setzt das Blatt auf A4 mit Kopfzeile, Plan, Tabellen, Rechenweg und einer Fußzeile, die das verwendete Verfahren nennt. CSV gibt alle Zahlen für die Tabellenkalkulation aus (Semikolon als Trenner, Komma als Dezimalzeichen), Sichern schreibt den ganzen Stand samt Grundrissbild in eine JSON-Datei. Alles bleibt dabei auf dem Gerät.
Beispielrechnung: Dachgeschosszimmer mit Kniestock
Ein Zimmer im ausgebauten Dachgeschoss, 6,00 m lang und 5,00 m tief, also 30,00 m² Grundfläche. Die Schräge setzt an der Traufwand an, der Kniestock ist 0,60 m hoch, das Dach hat 35 Grad Neigung. Raumhöhe im aufrechten Teil 2,50 m, eine Tür 0,885 × 2,01 m, ein Dachfenster bleibt außen vor.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Zonengrenze d₁ | (1,00 − 0,60) ÷ tan 35° = 0,40 ÷ 0,700 | 0,57 m |
| Zonengrenze d₂ | (2,00 − 0,60) ÷ tan 35° = 1,40 ÷ 0,700 | 2,00 m |
| Zone unter 1,00 m | 0,57 m × 6,00 m | 3,43 m² × 0 % = 0,00 m² |
| Zone 1,00 bis 2,00 m | 1,43 m × 6,00 m | 8,57 m² × 50 % = 4,29 m² |
| Zone ab 2,00 m | 30,00 − 3,43 − 8,57 | 18,00 m² × 100 % = 18,00 m² |
| Wohnfläche nach § 4 WoFlV | 0,00 + 4,29 + 18,00 | 22,29 m² statt 30,00 m² Grundfläche |
| Wandfläche brutto | 3 Wände × 2,50 m Höhe + Traufwand × 0,60 m Kniestock | 40,00 + 3,60 = 43,60 m² |
| Wandfläche netto | 43,60 − (0,885 × 2,01) | 41,82 m² |
| VOB-Fläche beim Maler | Tür 1,78 m² ≤ 2,50 m² — wird übermessen | 43,60 m² |
| VOB-Fläche beim Fliesenleger | Tür 1,78 m² > 0,10 m² — wird abgezogen | 41,82 m² |
| Decke mit Schräge | (30,00 − 2,00 × 6,00) + (2,00 ÷ cos 35° × 6,00) | 18,00 + 14,65 = 32,65 m² |
Die Wohnfläche liegt also fast 26 Prozent unter der Grundfläche, und die Deckenfläche liegt über der Grundfläche. Beides fällt nur auf, wenn man es rechnet.
Typische Fehler
- Putzabzug in der WoFlV. Die pauschalen 3 Prozent stammen aus der II. BV und der zurückgezogenen DIN 283. Seit 2004 gelten die lichten Maße; ein Abzug ist dort nicht vorgesehen. Bei einem 20-m²-Raum geht es um 0,60 m².
- Balkon pauschal zur Hälfte. Die Regel sind 25 Prozent. Wer 50 ansetzt, braucht einen Grund, der im Einzelfall trägt — eine behauptete örtliche Übung genügt nicht.
- Die 10-Prozent-Regel bei der Mieterhöhung. Sie gilt bei der Mietminderung. Für die Mieterhöhung hat der BGH sie aufgegeben: dort zählt allein die tatsächliche Fläche. Dieselbe Zweiteilung gilt bei den Betriebskosten.
- 2,5 m² bei Fliesen und Bodenbelag. Dort liegt die Grenze bei 0,10 m². Eine Tür wird beim Maler mitbezahlt und beim Fliesenleger abgezogen — wer das verwechselt, rechnet je Raum um ein bis zwei Quadratmeter falsch.
- Leibungen vergessen. Sie werden nie übermessen und immer gesondert gerechnet, auch wenn die Öffnung selbst übermessen wurde.
- Decke gleich Boden. Das stimmt nur bei ebener Decke. Unter einer 45-Grad-Schräge ist der geneigte Anteil um den Faktor 1,41 größer.
- Grundfläche und Abrechnungsfläche verwechseln. Die Wohnfläche folgt der WoFlV und den lichten Maßen, die Abrechnungsfläche der VOB/C und meist dem Rohbaumaß. Zwei Zahlen, zwei Zwecke.
Bedienung im Überblick
| Handgriff | Wirkung |
|---|---|
| Mausrad, zwei Finger | zoomen; gedrücktes Rad oder Ziehen im Leerraum verschiebt den Plan |
| Umschalttaste beim Ziehen | hebt den Fang auf; auf dem Tablet macht das der Knopf „Fang aus“ |
| Esc | Werkzeug ablegen, Vieleck verwerfen |
| Vollbild | Knopf in der Kopfleiste: nur das Werkzeug auf dem ganzen Bildschirm, zurück über denselben Knopf oder Esc |
| Entf oder Rücktaste | gewählte Teilfläche löschen, sonst den Raum (mit Rückfrage) |
| Strg + Z / Strg + Y | Rückgängig und Wiederholen, 30 Schritte |
| Doppelklick im Vieleck | Umriss schließen |
| Einpassen | Plan wieder ganz ins Bild rücken |
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Wohnfläche bei einer Dachschräge?
Nach lichter Höhe in drei Zonen: ab 2,00 m voll, zwischen 1,00 und 2,00 m zur Hälfte, unter 1,00 m gar nicht (§ 4 Nr. 1 und 2 WoFlV). Gemessen wird senkrecht vom fertigen Fußboden bis zur Unterkante der Schräge, nicht entlang der Schräge. Die Zonengrenzen folgen aus Kniestock und Neigung: d₁ = (1,00 − k) ÷ tan α, d₂ = (2,00 − k) ÷ tan α. Im Beispiel oben werden aus 30,00 m² Grundfläche 22,29 m² Wohnfläche.
Zählt der Balkon zur Wohnfläche – zu einem Viertel oder zur Hälfte?
In der Regel zu einem Viertel, höchstens zur Hälfte (§ 4 Nr. 4 WoFlV). Die Hälfte ist der begründungsbedürftige Ausnahmefall, etwa bei besonders guter Lage oder aufwendiger Gestaltung; umgekehrt kann ein kaum nutzbarer Balkon auch weniger wert sein. Der BGH hat 2019 (VIII ZR 33/18) einen pauschalen Ansatz von 50 Prozent unter Berufung auf eine örtliche Übung nicht genügen lassen. Das Werkzeug setzt ein Viertel als Vorgabe und druckt die Begründung mit, wenn du auf die Hälfte umstellst.
Zählt der Keller oder der Hobbyraum zur Wohnfläche?
Zubehörräume außerhalb der Wohnung zählen nicht — Kellerräume, Abstellräume, Waschküchen, Bodenräume, Trockenräume, Heizungsräume, Garagen (§ 2 Abs. 3 Nr. 1 WoFlV). Ein Abstellraum innerhalb der Wohnung zählt dagegen mit. Ein ausgebauter Hobbyraum im Keller zählt nur, wenn er die Anforderungen der Landesbauordnung an einen Aufenthaltsraum erfüllt; die geforderten Fenstergrößen liegen je nach Land zwischen einem Achtel und einem Zehntel der Raumgrundfläche. Das kann kein Rechner prüfen — das Werkzeug fragt die Einschätzung ab und weist auf die Unsicherheit hin.
Wird bei der Wohnflächenberechnung der Putz abgezogen?
Nein, nicht nach der WoFlV. Dort gelten die lichten Maße ab Vorderkante der Bekleidung. Der Putzabzug von 3 Prozent gehört zur II. BV und zur zurückgezogenen DIN 283 und setzt voraus, dass aus Rohbaumaßen gerechnet wurde. Genau daher rührt ein großer Teil der Abweichungen zwischen alter Berechnung und neuer Messung.
Was ist der Unterschied zwischen WoFlV und DIN 277?
Die WoFlV ist Recht und liefert die Wohnfläche, die DIN 277 ist Technik und liefert Grundflächen für Planung und Kostenermittlung. Die DIN 277 kennt keine Minderung nach der Höhe und zählt Keller, Garage und Balkon voll; ihre Zahl ist für eine Dachgeschosswohnung fast immer deutlich größer. Beide Zahlen nebeneinander sind nützlich — aber nur, wenn dabeisteht, welche welche ist. Die DIN-277-Zahl darf nie „Wohnfläche“ heißen.
Wie berechne ich die Wandfläche für Malerarbeiten?
Umfang mal Höhe ergibt brutto. Davon abgeleitet: netto (alle Öffnungen ab) für den Materialeinkauf und die Abrechnungsfläche nach VOB/C (nur Öffnungen über der Grenze ab) für die Rechnung. Dazu kommen Leibungen und Nischenrückflächen gesondert. Der oft zitierte Faktor 2,5 bis 3,0 mal Wohnfläche taugt zur Plausibilitätsprüfung; das Werkzeug zeigt ihn deshalb neben dem echten Ergebnis.
Was bedeutet Übermessen bei Öffnungen bis 2,5 m²?
Die Öffnung wird nicht abgezogen, obwohl dort nicht gearbeitet wurde. Es ist eine Schwellenregel: ein Fenster mit 2,52 m² wird voll abgezogen, nicht nur der Rest über der Grenze. Maßgeblich sind die kleinsten Maße der Aussparung. Die Regel gilt nur bei vereinbarter VOB/B; und gegenüber einem Verbraucher kann sich der Auftragnehmer nicht ohne Weiteres darauf berufen, wenn er die VOB/C selbst eingebracht hat (OLG Stuttgart, 2 U 84/07). Deshalb steht im Werkzeug die tatsächliche Fläche als Vorgabe.
Warum gilt bei Fliesen und Bodenbelag nicht die Grenze von 2,5 m²?
Weil jede ATV ihre eigene Grenze hat. Für Fliesen (DIN 18352) und Bodenbelag (DIN 18365) nennen die ausgewerteten Fachquellen übereinstimmend 0,10 m². Mehrere verbreitete Webseiten behaupten pauschal 2,5 m² für alle Gewerke; das ist nach Auswertung der Quellen falsch. Dieses Werkzeug rechnet mit 0,10 m² und kennzeichnet den Wert als nach Sekundärquellen belegt.
Werden Leibungen extra gerechnet?
Ja, unabhängig von ihrer Einzelgröße und ohne Übermessung — ebenso die Rückflächen von Nischen. Die 1-Meter-Schwelle entscheidet nur, ob nach Längen- oder nach Flächenmaß abgerechnet wird, und sie gilt nicht in jeder ATV. Vergütet werden nur Leibungen, die tatsächlich bekleidet oder behandelt werden.
Was passiert, wenn die Wohnfläche vom Mietvertrag abweicht?
Allgemein: Mehr als 10 Prozent weniger als vereinbart ist nach der Rechtsprechung des BGH ein Mangel, der zur Minderung berechtigt (VIII ZR 295/03); gemindert wird um die volle Abweichung, auch bei einer „ca.“-Angabe (VIII ZR 144/09). Bei der Mieterhöhung und bei den Betriebskosten zählt dagegen allein die tatsächliche Fläche (VIII ZR 266/14, VIII ZR 220/17). Das Werkzeug zeigt die Abweichung und ordnet sie allgemein ein — es bewertet keinen Einzelfall und ersetzt keine Rechtsberatung.
Welche Maße gelten – lichte Maße oder Rohbaumaße?
Für die Wohnfläche die lichten Maße zwischen den Bauteilen. Für das Aufmaß nach VOB/C innen meist das Rohbaumaß, bei Fassade und WDVS dagegen die fertige Oberfläche. Wer aus einer Bauzeichnung misst, muss außerdem sicher sein, dass so gebaut wurde, wie gezeichnet — sonst verlangt § 3 Abs. 4 WoFlV eine neue Ermittlung im fertigen Raum.
Bleiben Grundriss und Maße auf meinem Gerät?
Ja. Der Grundriss liegt in der lokalen Bilddatenbank des Browsers, die Räume und Maße im lokalen Speicher. Es gibt keine Anmeldung, keinen Server und keine Übertragung. Für die Weitergabe oder den Wechsel des Geräts sicherst du den Stand als JSON-Datei.
Wofür dieses Werkzeug gebaut ist
Es gibt viele Wohnflächenrechner, und sie haben alle dasselbe Formular: Länge, Breite, Höhe, Haken bei Dachschräge. Es gibt viele Grundriss-Zeichner, und sie liefern alle Bruttoflächen. Was gefehlt hat, ist die Verbindung — im Grundriss zeichnen und nach WoFlV rechnen, einschließlich der Höhenzonen und der Viertel-Regel für Balkone, und aus derselben Zeichnung das Aufmaß für die Gewerke ziehen.
- Grundfläche und Umfang je Raum, exakt aus dem Umriss statt aus Länge mal Breite
- Wohnfläche nach WoFlV mit Zonen für Dachschrägen und Faktoren für Balkone und Wintergärten
- Wohnfläche nach II. BV daneben — mit Putzabzug, Balkonhälfte und Mindestmaß für Erker
- Nutzungsfläche nach DIN 277 als eigene Spalte, getrennt gekennzeichnet
- Wandfläche brutto, netto und nach VOB/C je Gewerk, dazu Leibungen und Nischenrückflächen
- Deckenfläche mit abgewickelter Schräge, Sockelleistenlänge ohne Türen
- Material als Faustregel: Farbe, Tapete, Belag, Leisten
- Ein prüffähiges Aufmaßblatt mit Rechenweg, als PDF, CSV oder JSON
Wohnfläche, Nutzfläche, Abrechnungsfläche – drei Zahlen für denselben Raum
Dieselbe Wohnung hat je nach Verfahren verschiedene Flächen, und das ist kein Fehler, sondern Absicht: die Verfahren beantworten verschiedene Fragen.
| Verfahren | Wofür | Gilt |
|---|---|---|
| WoFlV 2004 | Wohnfläche im Miet-, Kauf- und Förderrecht | kraft Gesetz für geförderten Wohnraum, sonst kraft Vereinbarung oder Verkehrssitte |
| II. BV §§ 42–44 | Wohnfläche nach altem Recht | für Verträge vor dem 01.01.2004, solange nicht baulich geändert wurde |
| DIN 277:2021-08 | Grundflächen für Planung, Kostenermittlung, Bauantrag | technische Norm, keine Wohnfläche |
| VOB/C, Abschnitt 5 | Aufmaß und Abrechnung von Bauleistungen | nur bei vereinbarter VOB/B |
Die Rangfolge für Mietverträge hat der BGH 2019 geklärt: maßgeblich sind die Vorschriften, die bei Vertragsschluss für preisgebundenen Wohnraum galten — ab 2004 also die WoFlV, davor die II. BV. Eine abweichende Methode setzt eine echte Verkehrssitte voraus; dass viele Marktteilnehmer Regelwerke vermischen, genügt nicht.
Für wen das gedacht ist
Maler, Putzer, Tapezierer und Trockenbauer bekommen das, was sonst per Hand aufs Aufmaßblatt geht: Wandflächen je Raum, Öffnungen mit Übermessungsprüfung, Leibungen gesondert, Unterbrechungen getrennt geführt — und beides nebeneinander, die tatsächliche und die VOB-Fläche, damit man vor dem Angebot weiß, worüber man spricht.
Boden- und Fliesenleger sehen den Unterschied, der am meisten Ärger macht: bei ihnen liegt die Übermessungsgrenze nicht bei 2,5 m², sondern bei 0,10 m². Die belegte Fläche und die Materialmenge bleiben zwei verschiedene Größen; Verschnitt wird nicht vergütet.
Vermieter und Bauherren bekommen eine nachvollziehbare Wohnflächenberechnung mit Rechenweg statt einer nackten Zahl, dazu den Abgleich mit der im Vertrag vereinbarten Fläche. Das ersetzt kein Gutachten, aber es zeigt, wo eine Abweichung herkommt — meistens aus dem Balkon, der Dachschräge oder einem mitgezählten Kellerraum.
Grenzen des Werkzeugs
- Es rechnet mit den Maßen, die eingegeben werden. Messfehler erkennt es nicht; eine normierte Messtoleranz für das Wohnflächenaufmaß gibt es nicht. Zwei Zentimeter Fehler auf beiden Achsen eines 4 × 5 m großen Raumes verschieben die Fläche schon um rund 0,18 m².
- Ob ein Kellerraum Aufenthaltsraum ist, richtet sich nach der Landesbauordnung. Das Werkzeug fragt die Einschätzung ab und warnt, prüft aber nichts.
- Die Angaben zur DIN 277 und zur VOB/C stammen aus Sekundärquellen; die Normtexte sind kostenpflichtig. Wo Quellen sich widersprechen, steht es im Werkzeug dabei.
- Die DIN-277-Spalte ist vereinfacht: sie zeigt die Nutzungsfläche ohne Höhenminderung und ohne Konstruktionsflächen, aber keine vollständige Gliederung in BGF, KGF, NRF, TF und VF.
- Materialmengen sind Faustregeln, keine Norm und keine Herstellerangabe.
- Es ist keine Rechtsberatung. Die Rechtsprechung wird allgemein erläutert, nicht auf den Einzelfall angewendet.
Normbezug und Grundlagen
- Wohnflächenverordnung (WoFlV) vom 25.11.2003, BGBl. I S. 2346, in Kraft seit 01.01.2004 — §§ 1 bis 5. Amtliche Begründung zur WoFlV (Putzabzug, Balkonansatz, Erker, Treppen).
- §§ 42 bis 44 II. Berechnungsverordnung in der Fassung vom 12.10.1990, aufgehoben zum 31.12.2003; Überleitung nach § 5 WoFlV.
- DIN 277:2021-08 „Grundflächen und Rauminhalte im Hochbau“ — Angaben nach Sekundärquellen, Normtext kostenpflichtig.
- VOB/C, Abschnitt 5 der ATV DIN 18299 (2023-09), 18340 (2023-09), 18345, 18350, 18352, 18363, 18365, 18366 (je 2019-09); Gesamtausgabe 2019 mit Ergänzungsband 2023, eingeführt zum 01.10.2023. Angaben nach Sekundärquellen und Fachliteratur, im Text paraphrasiert.
- Rechtsprechung zur Flächenabweichung: BGH 24.03.2004 – VIII ZR 295/03 · BGH 10.03.2010 – VIII ZR 144/09 · BGH 18.11.2015 – VIII ZR 266/14 · BGH 30.05.2018 – VIII ZR 220/17 · BGH 17.04.2019 – VIII ZR 33/18 · BGH 06.11.2015 – V ZR 78/14. Zur Übermessung gegenüber Verbrauchern: OLG Stuttgart 21.02.2008 – 2 U 84/07 · OLG Düsseldorf 17.12.1999 – 22 U 109/99.
- Stand der Seite: 16.09.2026. Das Werkzeug läuft ohne Server; siehe Datenschutz.
Beim Aufmaß auf der Baustelle geht es selten um die Formel, sondern darum, dass hinterher nachvollziehbar ist, wie die Zahl zustande kam. Deshalb schreibt dieses Werkzeug jeden Posten einzeln auf und nennt seinen Paragrafen — und deshalb steht die tatsächliche Fläche vor der VOB-Fläche, nicht umgekehrt. Die Rechtsgrundlagen habe ich am Verordnungstext geprüft; wo nur Sekundärquellen verfügbar waren, steht es dabei. Für den Einzelfall gilt, was im Vertrag steht und was vor Ort gemessen wird.