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Wärmepumpe

Was kostet eine Wärmepumpe pro Monat?

Das Wichtigste in Kürze

Jahreskosten sagen wenig darüber, wie sich eine Wärmepumpe im Alltag anfühlt — auf der Stromrechnung zählt der Monat. Die folgende Tabelle verteilt den Jahresverbrauch des Beispielhauses (140 m², teilsaniert, 14.000 kWh Heizwärme + 3.600 kWh Warmwasser, Luft-Wasser-WP mit realer Feld-Effizienz) nach dem typischen Verlauf der Heizgradtage — inklusive des Effekts, dass die Anlage im Winter bei kalter Luft etwas schlechter arbeitet als im Herbst.

1 · Die Monatstabelle

Strompreis: 25 ct/kWh (WP-Tarif, konservativ). Werte gerundet:

MonatHeizungWarmwasserStrom gesamtKosten
Januar700 kWh107 kWh807 kWh≈ 200 €
Februar585 kWh107 kWh692 kWh≈ 175 €
März465 kWh107 kWh572 kWh≈ 145 €
April270 kWh107 kWh377 kWh≈ 95 €
Mai115 kWh107 kWh222 kWh≈ 55 €
Juni – August (je)0 kWh107 kWh107 kWh≈ 27 €
September115 kWh107 kWh222 kWh≈ 55 €
Oktober350 kWh107 kWh457 kWh≈ 115 €
November545 kWh107 kWh652 kWh≈ 165 €
Dezember740 kWh107 kWh847 kWh≈ 210 €
Jahr≈ 3.900 kWh≈ 1.290 kWh≈ 5.200 kWh≈ 1.300 € (+150 € Wartung)

Mit §14a-WP-Tarif (Ø 20,7 ct) sinken alle Kosten um ~17 %; mit Haushaltsstrom (37 ct) steigen sie um ~48 %. Andere Haustypen: einfach alle kWh-Werte proportional zum eigenen Jahresverbrauch skalieren (Tabellen nach Gebäudestandard).

2 · Warum der Winter so dominiert

Zwei Effekte überlagern sich. Erstens die Heizarbeit selbst: November bis Februar tragen rund zwei Drittel des Jahres-Wärmebedarfs. Zweitens die Physik der Luft-Wärmepumpe — bei −5 °C Außenluft und Abtaubetrieb arbeitet sie spürbar schlechter als bei +10 °C im Oktober. Beides zusammen macht den Januar etwa 7–8-mal so teuer wie einen Sommermonat. Das ist normal und kein Defekt; auffällig wäre erst ein hoher Verbrauch außerhalb der Heizsaison (dann läuft meist Heizstab oder Zirkulationspumpe durch).

3 · Abschlag richtig ansetzen

Abschlags-Faustregel Abschlag = Jahres-Stromkosten der WP / 12 × 1,05 Beispiel: 1.300 € / 12 × 1,05 ≈ 115 €/Monat zusätzlich zum Haushaltsstrom. Bei separatem WP-Zähler setzt der Versorger den Abschlag getrennt fest — im ersten Jahr auf Basis einer Schätzung, die sich mit diesen Tabellen prüfen lässt.

4 · Den Winterpeak senken

  • Heizkurve im Herbst nachjustieren: Jedes Kelvin weniger Vorlauf spart 2–3 % — gerade im Winter, wo die Masse der kWh anfällt (Heizkurven-Rechner).
  • Warmwasser auf 48–50 °C statt 55–60 °C — die Ladetemperatur wirkt aufs ganze Jahr, das Legionellenprogramm reicht wöchentlich.
  • Keine Nachtabsenkung übertreiben: Tiefes Auskühlen zwingt die WP morgens in den ineffizienten Volllast- oder Heizstabbetrieb; 1–2 K Absenkung genügen.
  • Heizstab beobachten: Ein eigener Zählerblick im Januar lohnt — läuft der Heizstab regelmäßig, stimmt Auslegung oder Einstellung nicht.
  • PV hilft in der Übergangszeit: Oktober/März lassen sich teils solar decken; im Januar liefert PV wenig — realistisch bleiben (Autarkie-Rechner).
Passendes Werkzeug Wärmepumpen-Rechner Jahres- und Betriebskosten aus deinen eigenen Zahlen — Wärmebedarf aus dem realen Verbrauch, JAZ abgeschätzt oder gemessen, mit Tarif-Presets (§14a).

5 · Häufige Fragen

Mein Januar-Verbrauch liegt weit über der Tabelle — ist das schlimm?

Erst einordnen: größeres Haus, schlechterer Dämmstandard oder ein sehr kalter Monat erklären viel. Liegt der spezifische Jahresverbrauch über ~55 kWh/m², lohnt die Fehlersuche — Vorlauftemperatur, Heizstab, Taktung (Einordnungstabelle).

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif für die Wärmepumpe?

Nicht automatisch: Das WP-Lastprofil liegt im Winter oft genau in den teuren Abendstunden. Ohne Speicher/Puffer und automatische Steuerung berichten Nutzer real von ±0 bis leichten Mehrkosten; mit Steuerung sind 15–25 % drin. Ein fester §14a-WP-Tarif ist der sichere erste Schritt.

Wie verhält sich das zur Gas-Monatsrechnung?

Gas verteilt sich ähnlich saisonal, nur auf höherem Niveau: Das Beispielhaus kostet mit Gas rund 220 €/Monat im Jahresmittel (inkl. Grundpreis, Wartung, Schornsteinfeger). Der komplette Vergleich über 15 Jahre: Wärmepumpe vs. Gasheizung.

Stand: 29.08.2026. Monatsverteilung nach typischen Heizgradtag-Anteilen (deutsches Mittel), Effizienz nach Fraunhofer-ISE-Feldniveau. Reale Monate weichen mit dem Wetter ab. Weiterlesen: Stromverbrauchs-Tabellen · Break-even-JAZ