„30 cm für Steckdosen, 105 cm für Schalter“ – dieser Satz steht in jedem Ratgeber, und er ist richtig, aber unvollständig. Die Norm dahinter, DIN 18015-3, schreibt keine Höhen vor, sondern Zonen: Streifen in der Wand, in denen Leitungen liegen dürfen, damit später jeder weiß, wo er bohren darf und wo nicht. Die bekannten Maße sind die Mitte dieser Zonen. Wer das Prinzip kennt, versteht auch die Ausnahmen: die 115 cm über der Arbeitsplatte, die 60 cm im Freien, die 85 cm der barrierefreien Wohnung und die Abstände im Bad, die aus einer ganz anderen Norm stammen. Dieser Beitrag stellt die Zonen vor, listet die Richtwerte, mit denen der Steckdosenplaner arbeitet, und geht die Räume durch, in denen die Standardhöhe nicht passt.
1 · Installationszonen nach DIN 18015-3
DIN 18015-3 „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Teil 3: Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel“ (Ausgabe September 2016) legt fest, wo in Wänden, Decken und Böden Leitungen verlegt werden. Der Grundsatz: In Wänden laufen Leitungen nur senkrecht oder waagerecht, nie diagonal, und nur innerhalb definierter Zonen. Steckdosen, Schalter und Anschlussdosen sitzen in diesen Zonen, damit ihre Zuleitung die Zone nicht verlassen muss.
| Zone | Kurzzeichen | Lage | Typische Nutzung |
|---|---|---|---|
| Waagerechte Zone unten | ZW-u | 15 bis 45 cm über OFF (30 cm breit) | Steckdosen, Netzwerk-, TV- und Telefondosen; Richtwert 30 cm |
| Waagerechte Zone mitte | ZW-m | 100 bis 130 cm über OFF (30 cm breit) | Steckdosen über Arbeitsflächen in Küche, Hausarbeits- und Hobbyraum; Richtwert 115 cm. Schalter auf 105 cm liegen ebenfalls in dieser Zone |
| Waagerechte Zone oben | ZW-o | 15 bis 45 cm unter der fertigen Decke (30 cm breit) | Zuleitungen zu Leuchten, Dunstabzug, Rollladenantrieben, Wandleuchten |
| Senkrechte Zone an Türen | ZS-t | 10 bis 30 cm neben dem Türrahmen (20 cm breit), Boden bis Decke | Schalter neben der Tür (Griffseite), Zuleitung von oben oder unten |
| Senkrechte Zone an Fenstern | ZS-f | 10 bis 30 cm neben dem Fensterrahmen (20 cm breit) | Rollladenschalter, Steckdosen an der Fensterwand |
| Senkrechte Zone an Raumecken | ZS-e | 10 bis 30 cm neben der Ecke (20 cm breit) | Steigleitungen, Verbindungen zwischen unterer und oberer Zone |
| Decken- und Bodenzonen | ZD | 30 cm breite Streifen mit 20 cm Abstand zur Wand | Leitungen in Decke und Boden; dort ist auch der kürzeste, diagonale Weg zulässig |
Die Maße lassen sich aus mehreren Herstellerpublikationen (Gira, Hager, Jung) und Fachportalen übereinstimmend belegen; der Normtext ist kostenpflichtig, die Werte gelten als gesichert. Wichtig für die Praxis: Alle Höhenangaben beziehen sich auf die Oberkante des fertigen Fußbodens (OFF), nicht auf die Rohdecke, und meinen die Mitte der Dose. Wer die Zonen einhält, gewinnt zweierlei: Ein späterer Bohrer außerhalb der Streifen trifft keine Leitung, und ein Elektriker, der die Anlage nicht kennt, findet die Zuleitung einer Dose, indem er senkrecht nach oben oder unten sucht. Bei Dachschrägen und in Räumen mit Möbeleinbauten sind Abweichungen zulässig – sie gehören in den Plan.
2 · Höhentabelle: Steckdosen, Schalter, Geräteanschlüsse
Die folgenden Richtwerte sind die Vorgaben, mit denen der Steckdosenplaner jedes Symbol vorbelegt; sie lassen sich dort je Auslass ändern und werden in Legende und Plan gedruckt. Sie sind Praxiswerte innerhalb der Installationszonen, keine Normmaße im engeren Sinn – die Norm gibt die Zone vor, die Höhe in der Zone ist Planungsentscheidung. Alle Angaben: Mitte Dose, über Fertigfußboden (OFF).
| Auslass | Höhe (cm) | Zone | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Steckdose allgemein (auch schaltbar, Netzwerk-, TV-, Telefondose) | 30 | ZW-u | Standard in Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmern, Flur; hinter Möbeln wie Sideboard oder Schreibtisch ggf. 100–115 cm |
| Steckdose über Arbeitsplatte | 115 | ZW-m | Küche, Hausarbeitsraum, Werkbank; als Doppelsteckdose; bei hoher Arbeitsplatte Unterkante Dose mindestens 10–15 cm über der Platte |
| Steckdose außen / Feuchtraum, IP44 | 60 | – | Terrasse, Balkon, Garage, Hauseingang; Klappdeckel, RCD 30 mA, von innen abschaltbar; über Schneelage und Spritzwasser |
| Schalter, Taster, Dimmer, Jalousieschalter | 105 | ZS-t / ZW-m | neben der Tür auf der Griffseite, 10–30 cm vom Rahmen; alle Schalter eines Hauses auf gleicher Höhe |
| Leuchtenauslass Wand | 210 | ZW-o | Wandleuchte in Flur, Bad (außerhalb Bereich 2) oder über dem Bett; am Spiegel niedriger, dann als Auslass in Spiegelhöhe planen |
| Klingeltaster außen | 130 | – | neben der Haustür; barrierefrei 85 cm |
| Türsprechstelle innen | 145 | – | im Flur mit Blick zur Tür; Video-Innenstation auf Augenhöhe der Bewohner, barrierefrei 85–105 cm |
| Herdanschlussdose, Backofen-Anschluss | 60 | ZW-u/ZW-m | im Schrank neben dem Herd, nicht dahinter; bei Backofen im Hochschrank Höhe an die Gerätenische anpassen |
| Spülmaschine, Durchlauferhitzer (Küche) | 60 | ZW-u/ZW-m | Steckdose bzw. Anschlussdose im Nachbarschrank oder Spülenunterschrank, erreichbar ohne Geräteausbau |
| Dunstabzug | 200 | ZW-o | über dem Oberschrank, hinter der Haube; bei Kochfeldabzug stattdessen 60 cm im Unterschrank |
| Waschmaschine, Trockner | 115 | ZW-m | seitlich neben dem Gerät, nicht dahinter; je Gerät eigener Stromkreis; im Bad außerhalb Bereich 2 |
| Wallbox | 130 | – | Anschlusspunkt bzw. Unterkante Gerät; Ladestecker und Display in Greifhöhe, barrierefrei wie andere Bedienelemente 85–105 cm |
| Raumthermostat | 150 | – | Innenwand, nicht über Heizkörper oder in Sonne; wenn mit Schaltern in einer Reihe, auch 105 cm |
| Unterverteilung, Zählerplatz | 180 (Oberkante) | – | Schutzschalter in Greifhöhe ohne Leiter erreichbar; barrierefrei entsprechend niedriger setzen |
Für die Zahl der Auslässe je Raum – wie viele Steckdosen ins Wohnzimmer, in die Küche oder ins Kinderzimmer gehören – siehe den Beitrag Wie viele Steckdosen pro Raum?. Welcher Querschnitt zu welcher Leitung gehört, erklärt Kabelquerschnitt richtig bestimmen.
Passendes Werkzeug Steckdosenplaner mit Einbauhöhen Grundriss laden, Symbole setzen – jedes Symbol bringt die Richthöhe aus dieser Tabelle mit und lässt sich einzeln anpassen. Der Ausdruck enthält Plan und Legende mit Höhe je Auslass, als Vorlage für Elektriker und Rohbau.3 · Küche: Arbeitsplatte, Fliesenspiegel, Geräte
Die Küche ist der Raum, in dem die mittlere Zone (100 bis 130 cm) ihren Zweck hat. Der Richtwert 115 cm Mitte Dose ergibt bei einer Arbeitsplatte auf 90 bis 92 cm eine Dosenunterkante etwa 20 cm über der Platte – hoch genug für Wasserkocher und Kaffeemaschine, tief genug, dass der Stecker nicht im Oberschrank verschwindet. Ein Fliesenspiegel oder eine Glasrückwand von 60 cm Höhe (92 bis 152 cm) nimmt die Dosen mittig auf. Bei höheren Arbeitsplatten (95 bis 100 cm, zunehmend üblich) rückt die Dose mit: Als Faustregel Unterkante der Dose 10 bis 15 cm über der Platte, also Mitte Dose etwa 20 cm über Plattenoberkante. Wer die Küche vor dem Elektriker plant, gibt dem Elektriker die Plattenhöhe – nicht umgekehrt.
Geräteanschlüsse liegen unterhalb der Arbeitsplatte im Unterschrank und oberhalb hinter den Oberschränken. Der Herdanschluss auf 60 cm sitzt im Nachbarschrank des Kochfelds, damit die Herdanschlussdose ohne Ausbau des Geräts erreichbar bleibt; dasselbe gilt für die Steckdosen von Spülmaschine und Kühlschrank. Bei einem Backofen im Hochschrank wandert der Anschluss auf die Höhe der Gerätenische. Der Dunstabzug bekommt seinen Auslass auf 200 cm hinter der Haube, ein Kochfeldabzug dagegen 60 cm im Unterschrank. Für die Kochinsel gilt: Alle Anschlüsse vor dem Estrich als Bodendose oder Leerrohr, denn eine Wand gibt es dort nicht. Steckdosen an der Inselstirnseite werden in die Möbelblende gesetzt – hier ist die Höhe frei, üblich sind 20 bis 30 cm über OFF oder direkt unter der Platte.
4 · Bad: Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701
Im Bad bestimmen nicht die Installationszonen die Lage der Steckdosen, sondern die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701 (aktuelle Ausgabe Juni 2025, sie ersetzt die Fassung von 2008 mit Übergangsfrist bis Dezember 2027). Die Bereiche werden von Wanne und Dusche aus gemessen; ein Waschbecken hat keinen eigenen Schutzbereich.
| Bereich | Ausdehnung | Steckdosen | Schalter, Leuchten, Geräte |
|---|---|---|---|
| 0 | Innenraum von Badewanne oder Duschtasse | nein | nur speziell zugelassene SELV-Betriebsmittel, IPX7 |
| 1 | Fläche über Wanne oder Duschtasse bis 225 cm Höhe (oder bis zum höchsten festen Wasseraustritt); bei bodengleicher Dusche ohne Wanne waagerecht 120 cm um den festen Wasseraustritt | nein | fest angeschlossene Geräte wie Durchlauferhitzer, Duschpumpe, Handtuchheizkörper; Leuchten mindestens IPX4 (IPX5 bei Strahlwasser), fest installiert, RCD 30 mA |
| 2 | 60 cm rund um Bereich 1, bis 225 cm Höhe | nein – Ausnahme: Rasiersteckdosen mit Trenntransformator nach DIN EN 61558-2-5 | Leuchten mindestens IPX4, Lüfter, Warmwassergeräte; Schalter nur als Teil solcher Geräte |
| außerhalb | alles jenseits von 60 cm um Wanne und Dusche | ja, mit RCD 30 mA | Schalter, Steckdosen und Leuchten ohne besondere Schutzart, sofern kein Spritzwasser zu erwarten ist |
Für die Höhe heißt das: Die Steckdose neben dem Waschtisch sitzt in der Praxis auf 105 bis 130 cm, seitlich neben Spiegel oder Spiegelschrank, und ist mindestens 60 cm vom Wannen- oder Duschtassenrand entfernt. Die Höhe folgt keiner Normvorgabe – gelegentlich genannte „130-cm-Zonen“ am Waschtisch stehen nicht in DIN 18015-3, sondern sind Praxisempfehlungen – sondern dem Spiegelschrank: Die Dose sollte neben ihm liegen, nicht dahinter, und so hoch, dass Föhn und Zahnbürste ohne herunterhängendes Kabel angeschlossen werden. Ein Spiegelschrank mit eigener Steckdose bekommt zusätzlich einen Anschluss hinter dem Schrank auf etwa 150 cm. Die zweite Steckdose im Bad gehört an die Waschmaschine, sofern sie hier steht – außerhalb von Bereich 2, auf 115 cm neben dem Gerät.
Bei einer bodengleichen Dusche ohne Tasse reicht Bereich 1 waagerecht 120 cm um den festen Wasseraustritt; ob Bereich 2 dort zusätzlich anzusetzen ist, stellen Sekundärquellen unterschiedlich dar – wer 180 cm zwischen Duschkopf und Steckdose einhält, ist in jedem Fall auf der sicheren Seite. Eine Glaswand ändert die Bereiche nur, wenn sie fest ist und den Spritzwasserbereich tatsächlich abschirmt. Unabhängig von der Lage gilt: Jeder Stromkreis im Bad – auch der für Licht und den Durchlauferhitzer – ist über einen RCD mit 30 mA zu führen, und leitfähige Teile werden in den Schutzpotentialausgleich einbezogen, sofern kein Schutzpotentialausgleich über die Haupterdungsschiene vorhanden ist.
5 · Barrierefrei nach DIN 18040-2
DIN 18040-2 „Barrierefreies Bauen – Wohnungen“ verschiebt die Bedienhöhe nach unten. Für Bedienelemente – Lichtschalter, Taster, Steckdosen, die häufig genutzt werden, Türdrücker, Sprechanlage, Thermostate – gilt eine Höhe von 85 cm über OFF; in begründeten Einzelfällen ist ein Bereich von 85 bis 105 cm vertretbar, etwa wenn mehrere Taster übereinander sitzen. Für uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbare Wohnungen (Kennzeichnung „R“) kommt ein seitlicher Abstand von mindestens 50 cm zu Wänden und Einbauten hinzu, damit das Element aus dem Rollstuhl erreichbar ist. Als untere Grenze für Steckdosen werden in Sekundärquellen 40 cm genannt – tiefer sitzt eine Dose außerhalb des Greifbereichs; die Norm selbst formuliert die 85 cm als Regelmaß.
| Element | Standard (cm) | Barrierefrei DIN 18040-2 (cm) |
|---|---|---|
| Lichtschalter, Taster | 105 | 85 (Einzelfall 85–105) |
| Steckdose, häufig genutzt | 30 | 85, mindestens 40 |
| Steckdose hinter Möbeln, selten genutzt | 30 | 30–40 zulässig |
| Klingeltaster, Sprechstelle | 130 / 145 | 85 |
| Raumthermostat | 150 | 85–105 |
| Seitlicher Abstand zur Raumecke | 10–30 | mindestens 50 (Rollstuhl, „R“) |
Praktisch bedeutet das: Wer altersgerecht baut, setzt alle Schalter auf 85 cm und die Steckdosen, die täglich gebraucht werden – am Bett, am Sofa, am Schreibtisch, in der Küche – ebenfalls auf 85 cm; Steckdosen hinter Sideboard oder Fernseher dürfen unten bleiben. Der Höhenunterschied zu 105 cm ist gering, der Nutzen im Alter groß. Gefördert wird der Umbau über die KfW-Programme zum altersgerechten Umbauen, deren Bedingungen auf DIN 18040-2 verweisen.
6 · Außen, Kinderzimmer und Sonderfälle
Außensteckdosen sitzen mit 60 cm deutlich höher als innen: über Schneelage, Spritzwasser und Blumenkübeln. Schutzart IP44 mit Klappdeckel ist Mindeststandard, ein RCD 30 mA Pflicht, und ein Schalter im Haus – oder eine schaltbare Steckdose – verhindert Fremdnutzung. An der Terrasse zählt außerdem die Nähe zur Tür für Grill und Terrassenheizer, an der Garage die Lage für Ladegerät und Hochdruckreiniger.
Kinderzimmer haben keine eigene Höhenregel. Die Steckdosen bleiben auf 30 cm; die Sicherheit liefert der erhöhte Berührungsschutz, also Steckdosen mit integrierten Verschlussblenden (Kindersicherung) – die kosten wenig Aufpreis und ersetzen die nachträglich eingedrückten Plastikstöpsel. Sinnvoll ist eine Doppelsteckdose am Schreibtischplatz auf 30 cm oder, wenn der Tisch dauerhaft an der Wand steht, auf 100 bis 115 cm über der Tischplatte; dazu eine Netzwerkdose, sobald Schularbeiten am Rechner erledigt werden.
Sockelleisten: Bei hohen Sockelleisten (10 bis 15 cm) oder Sockelleisten mit Kabelkanal bleibt 30 cm Mitte Dose ausreichend – die Unterkante der Dose liegt bei etwa 26 cm. Wer Leitungen im Sockelkanal führt, plant die Dosen direkt darüber. Möbel: Hinter Sideboards, Kommoden und TV-Möbeln sind 30 cm oft unerreichbar; die Alternative ist eine Dose auf Möbelhöhe plus 10 cm, also 100 bis 115 cm, sichtbar aber nutzbar. Nachtkonsole: Am Bett bewährt sich eine Doppelsteckdose je Seite auf 30 cm hinter dem Nachttisch und – wer es komfortabel will – eine weitere mit Schalter auf 70 bis 80 cm neben dem Kopfteil, erreichbar vom Bett aus, für Ladegerät und Leselampe. Fliesenspiegel: Dosen entweder ganz innerhalb der Fliese oder ganz außerhalb, nie auf der Fuge; die Höhe der Fliesenkante mit dem Fliesenleger abstimmen. Dachschrägen: Dort, wo die Wand unter 130 cm hoch ist, entfällt die mittlere Zone; Schalter wandern in den Drempel oder an die Giebelwand.
7 · Praxis: Höhen auf dem Rohbau anzeichnen
Alle Richtwerte gelten über OFF – auf dem Rohbau gibt es diese Kante noch nicht. Der Fußbodenaufbau (Trittschalldämmung, Estrich, Belag) misst im Neubau meist 12 bis 18 cm, bei Fußbodenheizung eher mehr. Deshalb wird der Meterriss zur Referenz: eine waagerechte Linie in jedem Raum genau 100 cm über dem späteren Fertigfußboden, vom Bauleiter oder Rohbauer angezeichnet. Von dieser Linie aus werden alle Höhen abgetragen – 70 cm nach unten für die Steckdose, 5 cm nach oben für den Schalter, 15 cm nach oben für die Arbeitsplatten-Dose.
- Meterriss prüfen. In jedem Raum den Meterriss suchen; fehlt er, den Bauleiter fragen – nicht selbst vom Rohboden aus messen.
- Plan mit Höhen ausdrucken. Der Steckdosenplaner druckt Plan und Legende mit der Höhe je Auslass; der Ausdruck kommt an die Wand des jeweiligen Raums.
- Positionen markieren. Mit Laser oder Wasserwaage von der Meterlinie aus die Dosenmitte anreißen, Kreuz und Höhe mit Sprühkreide oder Bleistift anschreiben; Steckdosen als Kreis, Schalter als Quadrat, Anschlussdosen als Rechteck – dieselben Symbole wie im Plan.
- Möbel und Küche auflegen. Küchenplan, Bettmaße, Sideboard und Schreibtisch mit Klebeband auf Boden und Wand markieren und prüfen, ob jede Dose erreichbar bleibt. Hier fallen die meisten Änderungen an – vor dem Fräsen kosten sie nichts.
- Zonen kontrollieren. Jede Dose muss in einer Installationszone liegen und ihre Zuleitung senkrecht oder waagerecht erreichen; Abweichungen im Plan eintragen.
- Fotos vor dem Putz. Jede Wand mit Zollstock im Bild fotografieren; das ersetzt später die Suche mit dem Leitungsfinder und dokumentiert, was von der Norm abweicht.
Die Wahl der Höhen ist bei alledem eine Planungsentscheidung, die im ganzen Haus konsequent durchgehalten werden sollte: Ein Haus mit Schaltern auf 105 cm und einem einzigen auf 110 cm sieht falsch aus, ein Haus mit allen auf 85 cm nicht.
8 · Häufige Fragen
In welcher Höhe werden Steckdosen montiert?
Der übliche Richtwert ist 30 cm über dem Fertigfußboden, gemessen bis zur Mitte der Dose. Er liegt in der unteren Installationszone der DIN 18015-3 (15 bis 45 cm über OFF). Über Küchenarbeitsplatten sind 115 cm üblich, im Freien 60 cm, barrierefrei nach DIN 18040-2 85 cm. Die Norm schreibt keine feste Höhe vor, sondern Zonen; die Richtwerte sind die Mitte dieser Zonen.
Wie hoch sitzen Lichtschalter?
Schalter, Taster und Dimmer sitzen üblicherweise auf 105 cm über dem Fertigfußboden, Mitte Dose, in der senkrechten Installationszone neben der Tür (10 bis 30 cm neben dem Türrahmen auf der Griffseite). In barrierefreien Wohnungen nach DIN 18040-2 gelten 85 cm; in begründeten Einzelfällen ist ein Bereich von 85 bis 105 cm zulässig.
Welche Höhe haben Steckdosen über der Küchenarbeitsplatte?
Die mittlere Installationszone der DIN 18015-3 liegt zwischen 100 und 130 cm über OFF; der Richtwert ist 115 cm Mitte Dose. Bei einer Arbeitsplatte auf 90 bis 92 cm Höhe liegt die Dose damit etwa 20 bis 25 cm über der Platte und passt in einen Fliesenspiegel von 60 cm Höhe. Bei höheren Arbeitsplatten gilt: Unterkante der Dose mindestens 10 bis 15 cm über der Platte.
Wie weit muss eine Steckdose im Bad von Dusche oder Badewanne entfernt sein?
Steckdosen sind in den Bereichen 0, 1 und 2 nach DIN VDE 0100-701 nicht zulässig. Bereich 2 reicht 60 cm über den Rand von Wanne oder Duschtasse hinaus; eine Steckdose muss also mindestens 60 cm vom Wannenrand entfernt sitzen. Bei bodengleichen Duschen ohne Wanne reicht Bereich 1 waagerecht 120 cm um den festen Wasseraustritt. Alle Stromkreise im Bad brauchen einen RCD mit 30 mA.
Welche Höhe gilt barrierefrei nach DIN 18040-2?
Bedienelemente wie Schalter, Taster, Steckdosen und Sprechstellen sitzen nach DIN 18040-2 in 85 cm Höhe über OFF; in begründeten Einzelfällen sind 85 bis 105 cm vertretbar. Für Rollstuhlnutzer kommt ein seitlicher Abstand von mindestens 50 cm zu Wänden und Einbauten hinzu. Steckdosen tiefer als etwa 40 cm gelten als nicht mehr erreichbar.
Bezieht sich die Höhe auf die Mitte oder die Unterkante der Dose?
Auf die Mitte der Unterputzdose, gemessen ab Oberkante Fertigfußboden (OFF). Auf dem Rohbau muss deshalb der Fußbodenaufbau (Dämmung, Estrich, Belag, meist 12 bis 18 cm) auf das Rohdeckenmaß aufgeschlagen werden. Die Angabe 30 cm bedeutet also auf der Rohdecke etwa 42 bis 48 cm bis zur Dosenmitte. Wer das vergisst, hat später Steckdosen knapp über der Sockelleiste.
Sind die Installationszonen Pflicht?
DIN 18015-3 ist eine anerkannte Regel der Technik, keine Rechtsvorschrift. Sie wird aber in der Regel vertraglich vereinbart und dient dazu, dass später jeder weiß, wo Leitungen liegen: Wer in den Zonen bohrt, muss mit einer Leitung rechnen, wer außerhalb bohrt, sollte keine treffen. Abweichungen sind möglich, müssen aber dokumentiert werden; der Steckdosenplaner druckt die Höhe jedes Auslasses in Legende und Plan.
Stand: 29.08.2026. Normbezug: DIN 18015-3:2016-09 (Installationszonen), DIN VDE 0100-701:2025-06 (Räume mit Badewanne oder Dusche; ersetzt die Ausgabe 2008-10, Übergangsfrist bis Dezember 2027), DIN 18040-2 (Barrierefreies Bauen – Wohnungen), DIN 18015-2:2021-10. Die Zonenmaße sind aus Herstellerpublikationen und Fachportalen übereinstimmend belegt; die Höhen in Abschnitt 2 sind Richtwerte des Steckdosenplaners innerhalb der Zonen, keine Normmaße. Verbindlich sind die Normen in ihrer aktuellen Fassung; Planung und Ausführung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Weiterlesen: Wie viele Steckdosen pro Raum? · Kabelquerschnitt richtig bestimmen · Elektro-Symbole im Installationsplan · Elektroplan zeichnen: Anleitung