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Elektroinstallation

Wie viele Steckdosen pro Raum? Tabelle nach DIN 18015-2 und RAL-RG 678

Das Wichtigste in Kürze

Die Frage nach der Zahl der Steckdosen stellt sich genau einmal: bevor die Schlitze gefräst werden. Danach kostet jede zusätzliche Dose Putz, Farbe und einen weiteren Termin. Zwei Regelwerke geben Zahlen vor – DIN 18015-2 als Mindestausstattung und die RAL-RG 678 der HEA mit den Ausstattungswerten Standard und Komfort. Beide sind kostenpflichtig, und was im Netz als „Normwert“ kursiert, ist häufig eine Mischung aus alten Ausgaben und Herstellerprospekten. Dieser Beitrag ordnet das ein: eine Orientierungstabelle je Raum, die Werte, die sich öffentlich belegen lassen, die Praxisregeln für Stromkreise und die Stellen, an denen in fast jeder Planung Steckdosen fehlen.

1 · Drei Ausstattungsstufen: Mindest, Standard, Komfort

DIN 18015-2 „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Teil 2: Art und Umfang der Mindestausstattung“ (aktuelle Ausgabe Oktober 2021) beschreibt, was eine Wohnung mindestens an Stromkreisen, Steckdosen, Beleuchtungs- und Kommunikationsanschlüssen haben soll. Die RAL-RG 678 „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Anforderungen“ der HEA (Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung) baut darauf auf und definiert sechs Ausstattungswerte:

AusstattungswertKennzeichnungBedeutung
1Mindestausstattung gemäß DIN 18015-2
2★★Standardausstattung – der übliche Maßstab für Neubau und Kernsanierung
3★★★Komfortausstattung für gehobene Ansprüche
1plus★plusMindestausstattung plus Vorbereitung für Gebäudesystemtechnik nach DIN 18015-4 (Leerrohre, BUS-Leitung, Verteilerreserve)
2plus★★plusStandardausstattung plus mindestens ein Funktionsbereich der Gebäudesystemtechnik (z. B. Beleuchtungs- oder Rollladensteuerung)
3plus★★★plusKomfortausstattung plus mindestens zwei Funktionsbereiche

Der Ausstattungswert wird grundsätzlich für die gesamte Wohneinheit vergeben: Stufe 2 heißt, dass jeder Raum mindestens die Werte der Stufe 2 erfüllt. Eine raumbezogene Zuordnung ist möglich, wenn sie ausdrücklich vereinbart wird – etwa Komfort im Wohnbereich, Standard im Keller. Steht ein Ausstattungswert in der Leistungsbeschreibung oder im Bauvertrag, ist er rechtsverbindlich geschuldet; ohne diese Vereinbarung ist die Norm der Maßstab dafür, was als übliche Ausstattung erwartet werden darf.

2 · Orientierungstabelle je Raum

Die folgenden Werte sind die Richtwerte, mit denen der Steckdosenplaner und der Elektroplanung-Fragebogen rechnen. Sie sind Orientierungswerte, an die Ausstattungsstufen für Wohngebäude (DIN 18015-2 / RAL-RG 678) angelehnt; maßgeblich ist die Norm in der aktuellen Fassung. Bei Stufe 1 liegen sie nahe an der Mindestausstattung, bei Stufe 2 und 3 bewusst unter den Zahlen der RAL-RG 678 (Abschnitt 3), damit die Tabelle als Untergrenze für eine zeitgemäße Planung taugt und nicht als Wunschliste. S = Steckdosen, K = Kommunikationsdosen (Netzwerk, TV, Telefon), DL = Lichtauslässe; die drei Zahlen je Zelle gelten für Stufe 1 · 2 · 3. „Klein“ bedeutet unter 20 m², „groß“ ab 20 m².

RaumGrößeSteckdosen S
1 · 2 · 3
Kommunikation K
1 · 2 · 3
Licht DL
1 · 2 · 3
Wohnzimmerklein4 · 6 · 81 · 2 · 31 · 2 · 3
groß6 · 8 · 102 · 3 · 42 · 3 · 4
Kücheklein5 · 6 · 81 · 1 · 11 · 1 · 2
groß6 · 8 · 101 · 1 · 21 · 2 · 2
Esszimmerklein3 · 4 · 61 · 1 · 21 · 1 · 2
groß4 · 6 · 81 · 2 · 21 · 2 · 2
Schlafzimmerklein3 · 4 · 51 · 1 · 21 · 1 · 2
groß4 · 5 · 61 · 2 · 31 · 2 · 2
Kinderzimmerklein3 · 4 · 51 · 1 · 21 · 1 · 2
groß4 · 5 · 61 · 2 · 31 · 2 · 2
Badklein2 · 2 · 30 · 0 · 11 · 1 · 2
groß2 · 3 · 40 · 1 · 11 · 2 · 2
Gästezimmerklein2 · 4 · 51 · 1 · 21 · 1 · 2
groß3 · 5 · 61 · 2 · 31 · 2 · 2
Gäste-WC1 · 2 · 30 · 0 · 01 · 1 · 1
Home-Officeklein4 · 6 · 82 · 3 · 41 · 2 · 2
groß6 · 8 · 103 · 4 · 52 · 2 · 3
Flur2 · 3 · 40 · 1 · 11 · 1 · 2
Hauswirtschaftsraum4 · 5 · 70 · 1 · 11 · 1 · 1
Technikraum3 · 4 · 61 · 1 · 21 · 1 · 1
Ankleidezimmer2 · 3 · 40 · 1 · 11 · 1 · 2
Speisekammer1 · 2 · 20 · 0 · 01 · 1 · 1
Hobbyraumklein2 · 3 · 41 · 1 · 21 · 1 · 2
groß3 · 4 · 61 · 2 · 21 · 2 · 2
Kellerraumklein2 · 3 · 40 · 1 · 11 · 1 · 1
groß3 · 4 · 50 · 1 · 11 · 1 · 2
Garage/Carport2 · 3 · 40 · 0 · 11 · 1 · 2
Terrasse/Balkon1 · 2 · 30 · 0 · 11 · 1 · 2
Sonstiger Raumklein3 · 4 · 51 · 1 · 21 · 1 · 2
groß4 · 5 · 61 · 2 · 31 · 2 · 2

Gezählt werden Steckdosen zur allgemeinen Verwendung – ohne die Anschlüsse für Herd, Backofen, Spülmaschine, Waschmaschine, Trockner, Dunstabzug oder Warmwassergerät, die in Abschnitt 4 gesondert behandelt werden. Eine Doppelsteckdose belegt zwei Steckplätze, aber nur eine Position an der Wand; für die Nutzung zählt der Steckplatz, für die Verteilung im Raum die Position. Die Tabelle meint Steckplätze, die sinnvoll über den Raum verteilt sind – acht Steckplätze in einer einzigen Vierfachkombination hinter dem Fernseher erfüllen die Zahl, nicht den Zweck.

3 · Was DIN 18015-2:2021-10 und RAL-RG 678 vorgeben

Der Normtext selbst ist kostenpflichtig; die folgenden Werte stammen aus Sekundärquellen, vor allem aus Hersteller-Fachinformationen zur Neuausgabe 2021 und der HEA-Fachinformation zur RAL-RG 678, und sind entsprechend zu lesen. Sie zeigen aber, wie die Regelwerke rechnen – und dass die Orientierungstabelle oben keine Übertreibung ist.

Mindestausstattung nach DIN 18015-2:2021-10 (Tabelle 2 der Norm, nach Herstellerangaben): Küche 3 Steckdosen allgemein plus 2 je 1,20 m Arbeitsfläche; Wohnbereich 4 (bis 20 m²) bzw. 5 (über 20 m²); Essbereich 3; je Schlaf-, Kinder- und Gästezimmer 6 (bis 16 m²) bzw. 8 (über 16 m²) – die Zahl ist so hoch, weil die Neuausgabe die Bettplatz-Steckdosen einzeln zählt statt sie per Fußnote zu verstecken; Bad 2; WC 1; Arbeitsbereich 4; Flur 1 (bis 4 m Länge) bzw. 2; Hauswirtschaftsraum 2 plus 1 je 1,20 m Arbeitsfläche; Hobbyraum 3; Freisitz, Keller, Abstellraum und Garage je 1. Räume, die in der Tabelle nicht vorkommen, bekommen mindestens einen Beleuchtungsanschluss, eine Schaltstelle und eine Steckdose. Neu ist das Konzept der Nutzungsbereiche: Werden Wohnen, Essen und Kochen zu einem offenen Bereich zusammengelegt, reduziert sich die Steckdosenzahl je Nutzungsbereich um eine.

RAL-RG 678: Die HEA-Fachinformation zur Ausgabe November 2010 nennt für die Standardausstattung (★★) unter anderem Küche 10, Wohnzimmer 8 (bis 20 m²) bzw. 11 (über 20 m²), Schlaf-, Kinder- und Arbeitszimmer 8 bzw. 11, Bad 4, Flur 2 bis 3, Hausarbeitsraum 8 Steckdosen; für die Komfortausstattung (★★★) Küche 12, Wohnzimmer 10 bzw. 13, Schlafzimmer 10 bzw. 13, Bad 5, Hausarbeitsraum 10. Dazu kommen je Stufe Kommunikationsanschlüsse mit zugeordneten Steckdosen (im Wohnzimmer bei ★★★ bis zu drei Radio-/TV-/Datenanschlüsse mit neun Steckdosen). Im Februar 2023 ist eine Neufassung der RAL-RG 678 erschienen, die an DIN 18015-2:2021-10 angepasst ist; ihre Tabellen liegen nicht öffentlich vor, die Größenordnung dürfte sich nicht verringert haben. Wer einen Ausstattungswert vertraglich vereinbart, sollte die aktuelle Ausgabe beim Elektrobetrieb oder bei der HEA einsehen.

Zwei Regeln sind in beiden Werken gleich und für die Planung wichtiger als jede Zahl: An jedem Bettplatz gehören eine Schaltstelle für die Beleuchtung und zwei Steckdosen hin; die Steckdosen an Bettplätzen und Arbeitsflächen in Küche, Kochnische und Hausarbeitsraum sind mindestens als Zweifach-Steckdose auszuführen.

Passendes Werkzeug Steckdosenplaner mit Ausstattungs-Ampel Grundriss laden, Steckdosen, Schalter und Anschlüsse als Symbole setzen und mit „Ausstattung prüfen“ je Raum gegen die Tabelle halten – die Ampel zeigt, wo Stufe 1, 2 oder 3 erreicht ist. Der Elektroplanung-Fragebogen rechnet die Ausstattung je Raum vorab aus.

4 · Küche im Detail

Die Küche ist der Raum mit der höchsten Gerätedichte und der Ort, an dem die reine Steckdosenzahl am wenigsten aussagt. Drei Gruppen sind zu unterscheiden:

Arbeitsplatte. Hier laufen Kaffeemaschine, Wasserkocher, Toaster, Mixer und Küchenmaschine – häufig gleichzeitig. Die Norm rechnet mit zwei Steckdosen je 1,20 m Arbeitsfläche, ausgeführt als Doppelsteckdosen über der Arbeitsplatte (Höhe siehe Steckdosen-Höhe und Installationszonen). In der Praxis bewährt sich je Arbeitsbereich links und rechts vom Kochfeld sowie neben der Spüle eine Doppel- oder Dreifachkombination, für Wasserkocher und Kaffeemaschine ein eigener Steckdosenstromkreis, weil beide zusammen bereits 3.000 W ziehen.

Geräte mit eigenem Stromkreis. Sie zählen nicht zu den allgemeinen Steckdosen und werden je Gerät geplant:

GerätAnschlussAnmerkung
Elektroherd / KochfeldHerdanschlussdose, 3 × 230 V (5 × 2,5 mm²), 3 × 16 Aimmer eigener Drehstromkreis; Induktionsfelder mit 7–11 kW brauchen alle drei Außenleiter
Backofen (separat)eigene Steckdose oder Anschlussdose, 16 Abei getrenntem Einbau eigener Stromkreis, nicht am Herdanschluss mitversorgt
GeschirrspülerSteckdose im Nachbarschrank, 16 Aeigener Stromkreis; Steckdose nicht hinter dem Gerät
Mikrowelle / DampfgarerSteckdose, 16 Aeigener Stromkreis nach DIN 18015-2, wenn fest eingeplant
Kühl-/GefriergerätSteckdose hinter oder neben dem Gerätallgemeiner Stromkreis möglich; sinnvoll ist ein eigener, damit ein Fehler im Toaster nicht die Tiefkühltruhe abschaltet
DunstabzugSteckdose oder Anschlussdose über dem OberschrankUmluft oder Abluft; bei Abluft Fensterkontaktschalter mit raumluftabhängiger Feuerstätte beachten
Waschmaschine, Trocknerje eine Steckdose, 16 Aje Gerät eigener Stromkreis – auch wenn sie im Bad oder Hauswirtschaftsraum stehen
DurchlauferhitzerFestanschluss, Drehstromfür Bade- und Duschzwecke Drehstromleitung mit mindestens 35 A Belastbarkeit; 18–27 kW, eigener Stromkreis, Anmeldung beim Netzbetreiber

Steckdosen zur allgemeinen Verwendung. Neben der Arbeitsplatte bleiben die Positionen, die in vielen Küchen fehlen: eine Steckdose am Esstisch oder an der Kochinsel (Raclette, Laptop), eine in Bodennähe für den Staubsauger, eine über dem Oberschrank für die Beleuchtung und – oft vergessen – eine Netzwerkdose, wenn Kühlschrank, Backofen oder ein Display an der Wand ins Netz sollen. Bei einer Kochinsel muss der Anschluss vor dem Estrich im Boden liegen; nachträglich ist er nicht mehr sauber zu führen.

5 · Steckdosen pro Stromkreis und Stromkreise je Wohnung

Wie viele Steckdosen an eine Sicherung? Die Normen nennen dafür keine Zahl; sie begrenzen die Belastung des Stromkreises, nicht die Anzahl der Auslässe. Ein 16-A-Leitungsschutzschalter an 230 V lässt dauerhaft 3.680 W zu. Da in Wohnräumen selten mehr als zwei oder drei Geräte gleichzeitig unter Volllast laufen, hat sich als Praxisregel etabliert, etwa 8 bis 10 Steckdosen je 16-A-Stromkreis zu verdrahten – das ist ein Erfahrungswert, kein Normwert. Entscheidend ist, welche Geräte dahinter hängen: Ein Stromkreis mit Wasserkocher, Kaffeemaschine und Toaster ist mit drei Steckdosen voll; einer mit Stehlampe, Ladegeräten und Fernseher trägt problemlos zwölf. Alles mit hoher Dauerleistung – Herd, Backofen, Spülmaschine, Waschmaschine, Trockner, Durchlauferhitzer, Sauna, Wallbox, Wärmepumpe – bekommt einen eigenen Stromkreis. Welcher Leiterquerschnitt zu welcher Absicherung und Leitungslänge gehört, erklärt der Beitrag Kabelquerschnitt richtig bestimmen.

Wie viele Stromkreise je Wohnung? Hier gibt DIN 18015-2 eine belegbare Untergrenze vor, die in RAL-RG 678 für Stufe 1 übernommen ist:

Wohnfläche der WohnungMindestanzahl Stromkreise für Steckdosen und Beleuchtung
bis 50 m²3
über 50 bis 75 m²4
über 75 bis 100 m²5
über 100 bis 125 m²6
über 125 m²7

Das sind nur die Stromkreise für Licht und allgemeine Steckdosen. Hinzu kommen die Einzelstromkreise für Herd, Spülmaschine, Waschmaschine, Trockner und Warmwassergerät, gegebenenfalls für Mikrowelle, Heizung, Lüftungsanlage, Wallbox, Wärmepumpe und Photovoltaik-Wechselrichter. Für ein Einfamilienhaus mit 130 bis 150 m² ergibt das als Größenordnung 15 bis 25 Stromkreise – bei Stufe 2 und 3 werden die Steckdosenkreise zudem nicht mehr nach Fläche, sondern je Wohnbereich gezählt, was die Zahl weiter erhöht. Die Norm verlangt in Mehrraumwohnungen einen Verteiler mit mindestens vier Reihen zu je zwölf Teilungseinheiten und empfiehlt 20 Prozent Platzreserve; wer Wallbox, Wärmepumpe oder Speicher auch nur in Erwägung zieht, plant fünf Reihen. Für Steckdosen- und Beleuchtungsstromkreise sind Leitungsschutzschalter oder Fehlerstrom-Schutzschalter mit Überstromschutz (RCBO) vorzusehen; ein einzelner Fehlerstromschutzschalter darf nicht alle Stromkreise einer Wohnung abschalten.

6 · Typische Planungsfehler

Die Zahlen aus der Tabelle sind schnell erreicht. Die Fehler entstehen bei der Verteilung – immer an denselben Stellen:

  1. Bett. Eine Steckdose je Bettseite reicht heute für Lampe, Ladegerät und Wecker nicht. Je Bettplatz eine Doppelsteckdose plus Schaltstelle, dazu eine Netzwerk- oder USB-Position, wenn ein Fernseher oder ein Arbeitsplatz im Schlafzimmer vorgesehen ist. Und: Das Bett rückt später oft an eine andere Wand – die zweite Wand mit Dosen vorsehen.
  2. Sofa-Ecke. Stehlampe, Ladegeräte, Konsole, Staubsaugerroboter-Station: Hinter dem Sofa gehört eine Doppel- oder Dreifachkombination hin, nicht nur hinter den Fernseher. Für die TV-Wand selbst Vierfach plus Netzwerk plus Antenne, alles auf gleicher Höhe.
  3. Flur. Der Staubsauger braucht in jedem Flur und auf jedem Treppenabsatz eine Steckdose, das Ladegerät für Akkusauger oder E-Bike ebenfalls. In der Tabelle stehen 2 bis 4 – die meisten Bestandsflure haben null.
  4. Außensteckdose. Terrasse, Balkon, Hauseingang und Garage bekommen je eine Steckdose in Schutzart IP44 mit Klappdeckel, abschaltbar von innen und über einen 30-mA-RCD geführt. Wer Rasenmäher, Weihnachtsbeleuchtung oder Ladegerät durch das gekippte Fenster versorgt, hat hier gespart.
  5. Netzwerk am Fernseher und im Home-Office. WLAN ersetzt keine Netzwerkdose hinter dem Fernseher, an der Spielkonsole und am Schreibtisch. Zwei Netzwerkdosen je Arbeitsplatz, eine je Fernseher, ein Leerrohr zum Access-Point an der Decke – und alle sternförmig zum Kommunikationsverteiler, nicht in Reihe.
  6. Küche ohne Reserve. Wer die Küche auf den heutigen Geräteplan zuschneidet, hat beim nächsten Küchentausch zu wenig. Je Arbeitsbereich eine Dose mehr als geplant, eine Leerdose am Kochinsel-Sockel, und die Anschlüsse für Spülmaschine und Backofen so, dass sie auch bei einer anderen Anordnung erreichbar bleiben.
  7. Schaltstellen vergessen. Jeder Raumzugang bekommt eine Schaltstelle; Flure und Räume mit zwei Zugängen brauchen Wechsel- oder Kreuzschaltung oder einen Bewegungsmelder. Am Bett eine Schaltstelle für die Deckenleuchte spart den Weg zur Tür – und ist bei Stufe 1 bereits gefordert.

7 · Beispielrechnung: 4-Zimmer-Haus

Ein Einfamilienhaus mit rund 130 m² Wohnfläche: offener Wohn-Essbereich über 20 m², Küche, Schlafzimmer, zwei Kinderzimmer, Bad, Gäste-WC, zwei Flure (Erd- und Obergeschoss), Hauswirtschaftsraum, Terrasse. Mit den Orientierungswerten aus Abschnitt 2 ergibt sich:

RaumGrößeS 1 · 2 · 3K 1 · 2 · 3DL 1 · 2 · 3
Wohn-Essbereichgroß6 · 8 · 102 · 3 · 42 · 3 · 4
Kücheklein5 · 6 · 81 · 1 · 11 · 1 · 2
Schlafzimmerklein3 · 4 · 51 · 1 · 21 · 1 · 2
2 × Kinderzimmerklein6 · 8 · 102 · 2 · 42 · 2 · 4
Badklein2 · 2 · 30 · 0 · 11 · 1 · 2
Gäste-WC1 · 2 · 30 · 0 · 01 · 1 · 1
2 × Flur4 · 6 · 80 · 2 · 22 · 2 · 4
Hauswirtschaftsraum4 · 5 · 70 · 1 · 11 · 1 · 1
Terrasse1 · 2 · 30 · 0 · 11 · 1 · 2
Summe32 · 43 · 576 · 10 · 1612 · 13 · 22

Dazu kommen die Einzelanschlüsse: Herd, Backofen, Spülmaschine, Kühl-/Gefriergerät, Dunstabzug, Waschmaschine, Trockner, gegebenenfalls Wärmepumpe, Lüftung und Wallbox – rund zehn weitere Auslässe, die in jeder Stufe gleich sind. Die Spanne von 32 bis 57 Steckdosen zeigt, worüber beim Angebotsvergleich tatsächlich gesprochen wird: Ein Angebot mit 35 Steckdosen für ein Haus dieser Größe ist Mindestausstattung, kein „Standard“. Für die Stromkreise ergeben sich nach der Flächentabelle mindestens 7 für Licht und Steckdosen, plus 5 bis 6 Einzelstromkreise, plus Wärmepumpe, Wallbox, PV – realistisch 16 bis 22 Leitungsschutzschalter und ein fünfreihiger Verteiler. Wer das für die eigenen Räume durchrechnen will, trägt sie im Elektroplanung-Fragebogen ein und prüft die Verteilung anschließend im Steckdosenplaner; die Höhen der einzelnen Auslässe stehen im Beitrag Steckdosen-Höhe und Installationszonen.

8 · Häufige Fragen

Wie viele Steckdosen braucht ein Wohnzimmer?

Als Orientierung: 4 bis 8 Steckdosen in einem Wohnzimmer unter 20 m² und 6 bis 10 in einem größeren, je nach Ausstattungsstufe. DIN 18015-2:2021-10 nennt als Mindestausstattung nach Sekundärquellen 4 Steckdosen bis 20 m² und 5 darüber, die RAL-RG 678 für Standard- und Komfortausstattung deutlich mehr. In der Praxis entscheidet die Möblierung: TV-Wand, Sofa-Ecke und Fensterseite brauchen jeweils eine eigene Gruppe.

Wie viele Steckdosen dürfen an eine 16-A-Sicherung?

Eine feste Höchstzahl gibt es nicht; die Normen begrenzen die Belastung, nicht die Anzahl. Ein 16-A-Stromkreis liefert 3.680 W. In der Praxis werden etwa 8 bis 10 Steckdosen auf einen Stromkreis gelegt, weil selten alle gleichzeitig belastet werden. Geräte mit hoher Leistung wie Herd, Backofen, Spülmaschine, Waschmaschine, Trockner und Durchlauferhitzer bekommen einen eigenen Stromkreis.

Ist die DIN 18015-2 verbindlich?

Eine DIN-Norm ist keine Rechtsvorschrift, sondern eine anerkannte Regel der Technik. Verbindlich wird sie, wenn sie im Bauvertrag, in der Leistungsbeschreibung oder in einer Ausschreibung vereinbart ist – dann sind die Mindestwerte geschuldet. Ohne Vereinbarung dient sie als Maßstab dafür, was ein Bauherr als übliche Ausstattung erwarten darf.

Zählt eine Doppelsteckdose als eine oder als zwei Steckdosen?

In der RAL-RG 678 zählen die Zweifach-Steckdosen an Bettplätzen und über Arbeitsflächen als jeweils eine Steckdose, obwohl sie als Doppeldose auszuführen sind. DIN 18015-2:2021-10 hat die Zählweise geändert und benennt alle Auslässe einzeln, sodass die Bettplatz-Steckdosen in der Tabelle sichtbar werden. Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb fragen, ob Dosen oder Steckplätze gezählt sind.

Wie viele Steckdosen gehören in die Küche?

Als Orientierung 5 bis 10 Steckdosen je nach Stufe und Größe, zusätzlich die Anschlüsse mit eigenem Stromkreis für Herd, Backofen, Spülmaschine sowie die Dosen für Kühl- und Gefriergerät und Dunstabzug. DIN 18015-2:2021-10 rechnet nach Sekundärquellen mit 3 allgemeinen Steckdosen plus 2 je 1,20 m Arbeitsfläche; die RAL-RG 678 nennt für Standard und Komfort 10 bzw. 12.

Wie viele Stromkreise braucht eine Wohnung?

DIN 18015-2 legt die Mindestanzahl der Stromkreise für Steckdosen und Beleuchtung nach Wohnfläche fest: 3 bis 50 m², 4 bis 75 m², 5 bis 100 m², 6 bis 125 m² und 7 darüber. Dazu kommen die eigenen Stromkreise für Herd, Spülmaschine, Waschmaschine, Trockner und Warmwassergerät. Ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe und Wallbox liegt in der Praxis meist bei 15 bis 25 Stromkreisen.

Stand: 29.08.2026. Normbezug: DIN 18015-2:2021-10 (Mindestausstattung), RAL-RG 678 (HEA-Ausstattungswerte, Ausgabe 2010 und Neufassung Februar 2023), DIN 18015-1 und -4. Die Tabelle in Abschnitt 2 enthält Orientierungswerte, die an die Ausstattungsstufen angelehnt und nicht gegen die Norm in ihrer aktuellen Fassung geprüft sind; die Normzahlen in Abschnitt 3 stammen aus Sekundärquellen. Verbindlich sind die Normen in der jeweils aktuellen Fassung sowie das, was im Bauvertrag vereinbart ist. Die Planung und Ausführung gehört in die Hand einer Elektrofachkraft. Weiterlesen: Steckdosen-Höhe und Installationszonen · Kabelquerschnitt richtig bestimmen · Elektro-Symbole im Installationsplan · Elektroplan zeichnen: Anleitung