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Elektroinstallation

Lichtschalter planen: Wechsel-, Kreuz- und Tasterschaltung im Grundriss – welcher Schalter schaltet was

Das Wichtigste in Kürze

Steckdosen lassen sich mit Mehrfachleisten retten, ein falsch gesetzter Lichtschalter nicht. Wer im Dunkeln hinter die Tür greift, vom Bett aus zur Deckenleuchte laufen muss oder die Treppe nur von unten einschalten kann, hat das für die nächsten dreißig Jahre. Dabei ist die Planung überschaubar: Es gibt eine Handvoll Schaltungsarten, die Zahl der Schaltstellen folgt aus den Zugängen und der Nutzung, und die Position ist in DIN 18015-3 als Vorzugsmaß beschrieben. Dieser Beitrag erklärt, wo der Schalter hingehört, wann eine Wechselschaltung genügt und wann Taster mit Stromstoßschalter die bessere Wahl sind, wie Lichtgruppen im Wohnbereich aufgeteilt werden, wie man das im Grundriss darstellt und was für ein späteres Smart-Home heute schon in die Wand gehört. Er ist keine Verdrahtungsanleitung – Schaltungen ausführen darf nur die Elektrofachkraft.

1 · Wo der Lichtschalter hingehört: Türseite und Höhe

Die Regel ist einfach und wird trotzdem in jedem dritten Plan verletzt: Der Schalter sitzt auf der Klinkenseite der Tür, innen im Raum. Wer eintritt, drückt die Klinke, die Tür schwingt zur Bandseite auf, und die freie Hand findet neben dem Türrahmen den Schalter. Auf der Bandseite wäre er beim Öffnen von der Tür verdeckt, außen im Flur müsste man vor dem Eintreten zurückgreifen. Die Ausnahme sind Räume, die man im Vorbeigehen schaltet und in denen sich niemand aufhält: Abstellraum, Speisekammer, manchmal Bad und Gäste-WC – dort sitzt der Schalter außen neben der Tür. Bei Doppelflügeltüren gilt der Flügel, der im Alltag benutzt wird; bei Schiebetüren die Seite, an der die Tür nicht verschwindet.

Die Höhe beschreibt DIN 18015-3 „Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel“ als Vorzugsmaß: 105 cm über dem Fertigfußboden bis Mitte Dose, in der senkrechten Installationszone 10 bis 30 cm neben dem Türrahmen. Das Maß ist kein Zwang – die Norm legt Zonen fest, in denen Leitungen erwartet werden dürfen, keine Zentimeterpflicht –, aber es hat sich durchgesetzt, weil es für Erwachsene bequem und für Kinder ab dem Schulalter erreichbar ist. In barrierefreien Wohnungen nach DIN 18040-2 sitzen Bedienelemente auf 85 cm, in begründeten Fällen zwischen 85 und 105 cm; wer im Alter im Haus bleiben will, plant die niedrigere Höhe gleich mit. Steckdosen sitzen auf 30 cm; wird neben der Tür eine Steckdose mit dem Schalter kombiniert – sinnvoll für Staubsauger und Ladegeräte –, übernimmt sie die Schalterhöhe. Alle Höhen, Zonen und Sonderfälle stehen im Beitrag Steckdosen-Höhe und Installationszonen.

2 · Die Schaltungsarten im Überblick

Welche Schaltung ein Raum braucht, hängt von einer Zahl ab: von wie vielen Stellen aus soll dieselbe Leuchte geschaltet werden? Daraus folgt die Schaltungsart, und aus der Schaltungsart folgt, welche Leitung zwischen den Schaltern liegen muss – der Grund, warum die Entscheidung vor dem Schlitzen fallen muss und nicht danach.

SchaltungStellenTypischer EinsatzAnmerkung
Ausschaltung (Ausschalter)1Räume mit einer Tür: Kinderzimmer, Bad, WC, Abstellraum, Kellereinfachste Schaltung; ein Schalter, eine Lichtgruppe; dreiadrige Leitung
Serienschaltung (Serienschalter)1zwei Lichtgruppen von einer Stelle: Deckenleuchte und Wandleuchten, Spiegel- und Deckenlicht im Badzwei Wippen in einer Dose; nicht mit einer Wechselschaltung kombinierbar – dafür Doppelwechselschalter
Wechselschaltung (2 Wechselschalter)2Flur mit zwei Zugängen, Schlafzimmer (Tür und Bett), Wohnzimmer mit zwei Türen, Treppe über ein GeschossStandard für zwei Stellen; zwischen den Schaltern fünfadrige Leitung (Abschnitt 7)
Kreuzschaltung (2 Wechsel- + 1 oder mehr Kreuzschalter)3 und mehrlanger Flur mit drei Zugängen, Treppe über zwei Geschosse, Schlafzimmer mit Tür und zwei Bettseitenje weitere Stelle ein Kreuzschalter in der Mitte; ab vier Stellen unübersichtlich – dann Taster
Tasterschaltung (Taster + Stromstoßschalter)beliebigTreppenhaus, Flure mit vielen Zugängen, Wohnbereich mit vier und mehr Stellen, alles, was später smart werden sollStromstoßschalter (Stromstoßrelais, umgangssprachlich „Eltako“ nach einem Hersteller) im Verteiler oder in der Abzweigdose; Taster parallel, jederzeit erweiterbar; Treppenlichtautomat als Variante mit Zeitabschaltung
Dimmer1 (+ Nebenstellen)Esstisch, Wohnbereich, SchlafzimmerLED-tauglich wählen (Phasenabschnitt, Mindestlast beachten); Dimmen von mehreren Stellen nur mit Tastdimmer und Nebenstellen-Tastern
Jalousieschaltung (Jalousietaster/-schalter)1 je Fenster oder zentralRollladen, Raffstore, Markiseje Antrieb ein Taster am Fenster; Zentraltaster an der Haustür nur mit Steuerrelais oder Smart-Home; Antrieb braucht fünfadrige Leitung (Auf, Ab, N, PE)
Bewegungs-/Präsenzmelder0 – 1Flur, Treppe, Keller, Garage, Außenbereich, Gäste-WCnach DIN 18015-2 als Ersatz für Schaltstellen im Flur zulässig; Nachlaufzeit und Dämmerungsschwelle einstellbar; für Dauerlicht zusätzlich Schalter oder Melder mit Handbetrieb

Für die Planung reicht es, die Stellen zu zählen. Eine Stelle: Ausschalter, bei zwei Lichtgruppen Serienschalter. Zwei Stellen: Wechselschaltung – bewährt, günstig, jeder Elektriker verdrahtet sie im Schlaf. Drei Stellen: Kreuzschaltung oder Taster; ab hier lohnt der Vergleich, denn ein Stromstoßschalter kostet weniger als ein Kreuzschalter, und die Taster lassen sich später um eine vierte und fünfte Stelle erweitern, ohne die Leitungen anzufassen. Vier und mehr Stellen oder Smart-Home in Sicht: immer Taster. Die Schaltzeichen dazu – ein Strich für den Ausschalter, zwei für den Wechselschalter, vier über Kreuz für den Kreuzschalter, Kreis im Kreis für den Taster – erklärt der Beitrag Elektro-Symbole im Installationsplan.

3 · Raum für Raum: Schaltung und Zahl der Schaltstellen

DIN 18015-2:2021-10 nennt als Mindestausstattung je Raum die Zahl der Beleuchtungsanschlüsse und Schaltstellen; die folgenden Regeln stammen aus Sekundärquellen zur Neuausgabe und decken sich mit der Praxis: Je Zugang eine Schaltstelle; sind im Flur die Schaltstellen zweier Zugänge unmittelbar nebeneinander erreichbar, reicht eine; Flurbeleuchtung darf statt über Schalter über Bewegungs- oder Präsenzmelder geschaltet werden; je Bettplatz eine zusätzliche Schaltstelle für mindestens einen Beleuchtungsanschluss; bei Treppen innerhalb der Wohnung je Geschossebene eine Schaltstelle. Die Tabelle setzt das in Empfehlungen um, die über der Mindestausstattung liegen:

RaumEmpfohlene SchaltungSchaltstellenLichtgruppen / Hinweis
Flur, DieleWechselschaltung; ab 3 Zugängen Taster oder Bewegungsmelder2 – 4je Zugang eine Stelle; Haustür zusätzlich Außenlicht; Bewegungsmelder mit Handbetrieb für Dauerlicht
TreppeWechselschaltung (1 Geschoss), Taster (2 und mehr)2 – 3je Geschossebene eine Stelle; Treppenlichtautomat oder Melder als Alternative
WohnzimmerWechselschaltung je Gruppe oder Taster1 – 32 – 3 Gruppen: Deckenleuchte, Spots/Wandleuchten, schaltbare Steckdosen für Stehleuchten; bei zwei Türen Wechselschaltung; Dimmer für die Hauptgruppe
EssbereichAusschalter oder Dimmer1 – 2eigene Gruppe für die Esstischleuchte, getrennt vom Wohnbereich; bei offenem Grundriss Stelle an beiden Zugängen
KücheSerienschalter oder Schalterbatterie1 – 22 Gruppen: Deckenlicht und Arbeitsplattenbeleuchtung; zweite Stelle bei zweitem Zugang
SchlafzimmerWechselschaltung Tür/Bett, bei Doppelbett Kreuzschaltung oder Taster2 – 3je Bettplatz eine Stelle (Norm); Nachttischleuchten über schaltbare Steckdosen mit eigener Marke; Dimmer sinnvoll
KinderzimmerAusschalter, ab Schulalter Wechselschaltung zum Bett1 – 2Deckenleuchte; zweite Stelle am Bett spart den Weg im Dunkeln; Leerdose für spätere Bettposition
Home-OfficeAusschalter oder Serienschalter1Deckenlicht und Arbeitsplatzleuchte getrennt; Schaltstelle am Schreibtisch ist Komfort
BadSerienschalter1Deckenlicht und Spiegelleuchte getrennt; innen an der Klinkenseite; Schalter im Schutzbereich nur nach DIN VDE 0100-701
Gäste-WCAusschalter oder Präsenzmelder1innen oder außen; Melder mit Nachlauf für Lüfter kombinierbar
Hauswirtschafts-, TechnikraumAusschalter, ggf. Bewegungsmelder1eine Gruppe reicht; Melder, wenn die Hände voll sind
Keller, DachbodenWechselschaltung oder Bewegungsmelder1 – 2Schalter oben und unten an der Kellertreppe; Kontrollleuchte im Schalter, damit vergessenes Licht auffällt
Garage, CarportAusschalter innen + Taster/Melder außen1 – 2Stelle an der Haustür oder im Flur, wenn die Garage vom Haus zugänglich ist
Terrasse, BalkonAusschalter innen, ggf. Wechselschaltung1 – 2Stelle an der Terrassentür innen; zweite Stelle im Wohnraum oder Flur; Außensteckdose abschaltbar mitplanen
Haustür / HauseingangWechselschaltung innen + Bewegungsmelder außen1 – 2Melder mit Dämmerungsschwelle; Schaltstelle am Eingang; Zentral-Aus-Taster an der Haustür bei Smart-Home

Was die Tabelle nicht zeigt, ist die Möblierung – und die entscheidet über die Position innerhalb des Raumes. Vor dem Festlegen der Schaltstellen gehören Bett, Schrankwand, Sofa und Esstisch in den Grundriss: Ein Schalter hinter der Schrankwand ist genauso verloren wie einer hinter der Tür. Wie viele Steckdosen und Leuchtenauslässe je Raum dazugehören, steht im Beitrag Wie viele Steckdosen pro Raum?.

4 · Schaltgruppen: Deckenauslass, Wandleuchte, schaltbare Steckdose

Ein Raum mit einer Deckenleuchte und einem Schalter ist Mindestausstattung. Sobald mehr als eine Lichtquelle im Raum ist, stellt sich die Frage, was zusammen geschaltet wird – die Schaltgruppe. Im Wohn-Essbereich haben sich drei Gruppen bewährt: die Esstischleuchte als eigene, dimmbare Gruppe, die Grundbeleuchtung aus Deckenspots oder Deckenleuchte, und die Stimmungsbeleuchtung aus Wandleuchten oder Stehleuchten. Jede Gruppe bekommt einen eigenen Schalter oder eine eigene Wippe, alle sitzen an derselben Stelle neben der Tür – als Serienschalter, Doppelwechselschalter oder als Batterie aus zwei bis drei Einzelschaltern unter einem Rahmen.

Für Stehleuchten, Lichterketten und indirekte Beleuchtung ist die schaltbare Steckdose das Mittel der Wahl: eine gewöhnliche Steckdose, die an einem Lichtschalter hängt statt dauerhaft unter Spannung zu stehen. Im Plan trägt sie das Steckdosenzeichen mit Schalterarm und dieselbe Schaltmarke wie ihr Schalter. Sie sollte sich von den Dauersteckdosen unterscheiden – eigene Farbe der Abdeckung oder ein Kennzeichen –, damit niemand den Router daran anschließt. Eine schaltbare Steckdose je Wohn- und Schlafzimmer, jeweils dort, wo die Stehleuchte stehen wird, ist ein Komfortgewinn für wenige Euro.

Wandleuchten brauchen einen Wandauslass, meist auf 160 bis 200 cm Höhe, und eine eigene Gruppe, wenn sie unabhängig vom Deckenlicht leuchten sollen. Spots in Reihe werden als eine Gruppe verdrahtet, bei großen Räumen oder L-förmigen Grundrissen in zwei Gruppen nach Zonen. Wichtig ist, jede Gruppe im Plan zu benennen; „Licht Wohnzimmer“ mit drei Schaltern und sieben Leuchten ist für den Elektriker eine Rückfrage, keine Vorgabe.

5 · Schaltungen im Plan darstellen: Schaltmarken

Im Installationsplan steht nicht, wie verdrahtet wird, sondern was mit was zusammengehört. Dafür gibt es die Schaltmarke: ein Kleinbuchstabe – a, b, c – am Schalter und an jeder Leuchte, jedem Wandauslass und jeder schaltbaren Steckdose, die dieser Schalter schaltet. Zwei Schalter mit derselben Marke sind eine Wechselschaltung, drei eine Kreuz- oder Tasterschaltung; ein Serienschalter trägt zwei Marken, weil er zwei Gruppen bedient. Wer den Plan liest, sieht damit an jedem Symbol, wohin es gehört, ohne eine Leitung zeichnen zu müssen. Stromkreisnummern (F1, F2 …) sind etwas anderes: Sie sagen, an welcher Sicherung im Verteiler das Symbol hängt – dazu der Beitrag Stromkreise planen im Einfamilienhaus.

Genau so arbeitet der Steckdosenplaner: Über „Verknüpfen“ wird erst der Schalter angeklickt, dann alles, was er schalten soll – Leuchte, Wandauslass, Spotreihe oder schaltbare Steckdose. Das Werkzeug legt die Schaltung an, vergibt die Marke und schreibt sie neben beide Symbole; zwei Schalter auf derselben Marke ergeben eine Wechselschaltung. Ein Schalter, dem noch kein Ziel zugeordnet ist, bekommt im Plan einen gestrichelten Ring und erscheint im Ausdruck unter den offenen Punkten – so kommt die Frage „was schaltet der eigentlich?“ beim Termin mit dem Elektrobetrieb auf den Tisch und nicht später auf der Baustelle. Auf dem Planblatt steht neben dem Grundriss die Liste der Schaltungen mit Marke, Schaltern und geschalteten Nummern. Wer mit Papier arbeitet, macht dasselbe von Hand: Buchstabe an den Schalter, derselbe Buchstabe an die Leuchte, Liste in die Legende. Den gesamten Ablauf vom Grundriss bis zur Stückliste beschreibt der Beitrag Elektroplan selbst zeichnen.

Passendes Werkzeug Steckdosenplaner: Schalter und Leuchten verknüpfen Grundriss laden, Schalter an die Türen und Leuchten an die Decke setzen, mit „Verknüpfen“ die Schaltmarke vergeben – Wechsel-, Serien- und Kreuzschaltungen erscheinen als Marke im Plan, offene Schalter gestrichelt, die Schaltungsliste auf dem Planblatt.

6 · Smart-Home vorbereiten: Taster, Neutralleiter, Leerrohr

Ob das Haus in fünf Jahren per App, Sprache oder Zeitplan schaltet, muss heute nicht entschieden werden – nur, ob es dann noch möglich ist. Drei Dinge machen den Unterschied, und alle drei kosten im Rohbau fast nichts:

  1. Taster statt Schalter. Ein Schalter hat eine Stellung, ein Taster gibt einen Impuls. Aktoren, Busankoppler und Stromstoßschalter arbeiten mit Impulsen; wer Taster plant, kann später den Stromstoßschalter im Verteiler gegen einen Funk- oder Bus-Aktor tauschen, ohne eine Dose zu öffnen. Bei zwei Stellen ist die Wechselschaltung vertretbar, ab drei Stellen ist die Tasterschaltung ohnehin die bessere Wahl.
  2. Neutralleiter in jeder Schalterdose. Klassisch kommt am Ausschalter nur der Außenleiter an; die meisten Unterputz-Aktoren, Funkempfänger und Dimmer brauchen aber N und L, um versorgt zu werden. Wer heute NYM-J 5 × 1,5 mm² statt 3 × 1,5 mm² zu jeder Schalterdose legt, hat N, L, geschalteten Leiter und Reserve.
  3. Tiefe Dosen und ein Leerrohr. Ein Unterputz-Aktor braucht Platz hinter dem Schalter: Elektronikdosen mit mindestens 60 mm Tiefe statt der 40-mm-Standarddose. Und vom Verteiler zu jeder Schalterdose ein Leerrohr M20 – dann lässt sich später eine Busleitung nachziehen, ohne zu stemmen. Wer sich für ein kabelgebundenes System wie KNX entscheidet, verlegt die Busleitung gleich mit.

Dazu kommt die Reserve im Verteiler: Reiheneinbau-Aktoren belegen Teilungseinheiten, sternförmig zum Verteiler geführte Lichtstromkreise brauchen mehr Klemmen. Ein Zentral-Aus-Taster an der Haustür, der alle Lichtgruppen abschaltet, ist mit Stromstoßschaltern schon heute ohne Smart-Home machbar. Und ein Grundsatz gilt unabhängig von der Technik: Jede Leuchte muss auch dann schaltbar bleiben, wenn Server, WLAN oder Cloud ausfallen – ein Taster an der Wand ist keine Nostalgie, sondern die Rückfallebene.

7 · Hintergrund: Warum die Wechselschaltung fünf Adern braucht

Zur Einordnung, nicht als Anleitung: Ein Ausschalter unterbricht den Außenleiter auf dem Weg zur Leuchte. Zu ihm läuft eine dreiadrige Leitung (Außenleiter, Neutralleiter, Schutzleiter), von ihm geht der geschaltete Außenleiter zur Leuchte weiter. Bei einer Wechselschaltung muss jeder der beiden Schalter den Zustand des anderen umkehren können. Dafür laufen zwischen den beiden Wechselschaltern zwei korrespondierende Adern; je nach Stellung beider Schalter ist einer der beiden Wege geschlossen oder keiner. Zusammen mit Neutralleiter und Schutzleiter, die zur Leuchte weitergeführt werden, und meist dem geschalteten Außenleiter ergibt das fünf Adern – deshalb liegt zwischen zwei Wechselschaltern in der Regel NYM-J 5 × 1,5 mm². Bei einer Kreuzschaltung sitzt zwischen den beiden Wechselschaltern ein Kreuzschalter, der die beiden korrespondierenden Adern über Kreuz tauscht; zu ihm läuft von beiden Seiten ebenfalls eine fünfadrige Leitung. Bei einer Tasterschaltung brauchen die Taster selbst nur den Außenleiter und eine Tasterader zum Stromstoßschalter; Neutralleiter und Schutzleiter gehören dennoch in die Dose, damit beleuchtete Taster oder ein späterer Aktor versorgt werden können. Aus diesen Leitungen folgt der Planungsgrundsatz: Die Schaltungsart muss feststehen, bevor die Leitungen liegen – ein Ausschalter lässt sich nachträglich nicht zur Wechselschaltung erweitern, ohne eine neue Leitung zu ziehen. Die Verdrahtung, die Auswahl der Schutzeinrichtungen und die Prüfung gehören zur Elektrofachkraft; Arbeiten an der festen Installation sind keine Heimwerkerarbeit.

8 · Typische Planungsfehler

  1. Schalter hinter der Tür. Der Klassiker: Der Schalter sitzt auf der Bandseite, die geöffnete Tür verdeckt ihn. Vor dem Festlegen den Türanschlag im Grundriss prüfen – und wenn der Anschlag später geändert wird, den Schalter mitdenken.
  2. Kein Schalter am Bett. Die Deckenleuchte im Schlafzimmer ist nur an der Tür schaltbar; jede Nacht der Weg durch den dunklen Raum. Je Bettplatz eine Stelle ist Mindestausstattung nach DIN 18015-2, nicht Luxus. Und: die zweite denkbare Bettwand mit einer Leerdose vorsehen.
  3. Treppe nur einseitig. Ein Schalter unten, keiner oben – oder umgekehrt. Je Geschossebene eine Stelle, über zwei Geschosse als Tasterschaltung.
  4. Wohnbereich mit einer Gruppe. Sieben Spots, Esstischleuchte und Wandleuchten an einem Schalter. Mindestens zwei, besser drei Gruppen; Esstisch immer getrennt.
  5. Schalter hinter der Schrankwand. Im Grundriss ohne Möbel sieht die Wand frei aus; nach dem Einzug steht der Kleiderschrank davor. Möbel vor den Schaltstellen einzeichnen.
  6. Dimmer ohne passende Leuchte. Nicht jede LED lässt sich dimmen, und nicht jeder Dimmer passt zu jeder LED. Leuchte und Dimmer gemeinsam auswählen oder beim Elektrobetrieb den Dimmertyp benennen lassen.
  7. Bewegungsmelder ohne Handbetrieb. Ein Melder im Flur ist praktisch, bis jemand dort länger stehen will. Melder mit Dauerlicht-Funktion oder zusätzlichem Schalter planen.
  8. Außenlicht ohne Innenstelle. Terrassen- und Eingangsbeleuchtung nur über Melder oder nur vom Flur aus. Eine Schaltstelle an der Terrassentür und eine an der Haustür, jeweils innen.
  9. Schaltung im Plan nicht benannt. Schalter und Leuchten stehen im Grundriss, aber ohne Marke. Der Elektriker rät oder fragt; beides kostet. Jede Schaltung eine Marke, jede Marke in die Legende.

9 · Häufige Fragen

Wie viele Lichtschalter braucht ein Raum?

Mindestens eine Schaltstelle je Zugang: Ein Raum mit einer Tür bekommt einen Schalter an der Klinkenseite innen, ein Raum mit zwei Türen eine Wechselschaltung mit zwei Stellen. Im Schlafzimmer kommt nach DIN 18015-2 je Bettplatz eine weitere Schaltstelle für die Deckenleuchte hinzu, im Flur und auf der Treppe je Zugang und Geschossebene eine. Hat ein Raum mehrere Lichtgruppen, etwa Esstisch, Spots und Wandleuchten, braucht jede Gruppe eine eigene Wippe – als Serienschalter oder Schalterbatterie an derselben Stelle.

Wechselschaltung oder Tasterschaltung – was ist besser?

Bei zwei Schaltstellen ist die Wechselschaltung die einfachste und günstigste Lösung. Ab drei Stellen wird die Kreuzschaltung aufwendig, und eine Tasterschaltung mit Stromstoßschalter im Verteiler ist meist günstiger und flexibler: beliebig viele Taster, alle an einem Stromstoßschalter, jederzeit erweiterbar. Wer Smart-Home vorbereiten will, plant von vornherein Taster, weil ein Aktor später an die Stelle des Stromstoßschalters tritt.

In welcher Höhe sitzt ein Lichtschalter?

Der Richtwert ist 105 cm über dem Fertigfußboden bis Mitte Dose, das Vorzugsmaß der DIN 18015-3; der Schalter sitzt in der senkrechten Installationszone 10 bis 30 cm neben dem Türrahmen. In barrierefreien Wohnungen nach DIN 18040-2 gelten 85 cm, in begründeten Fällen 85 bis 105 cm. Wer Schalter und Steckdose in einer Kombination neben der Tür setzt, nimmt die Schalterhöhe; Steckdosen sonst 30 cm.

Auf welcher Seite der Tür gehört der Lichtschalter hin?

Auf die Klinkenseite, also die Seite, auf der die Tür aufgeht, und innen im Raum. Wer den Raum betritt, greift mit der freien Hand neben die Klinke und findet den Schalter, ohne hinter die Tür zu fassen. Auf der Bandseite wäre der Schalter beim Öffnen von der Tür verdeckt. Ausnahmen sind Räume, die meist vom Flur aus geschaltet werden – Abstellraum, Speisekammer, manchmal Bad und Gäste-WC – dort sitzt der Schalter außen neben der Tür.

Kann man Lichtschalter nachträglich versetzen?

Ja, aber mit Aufwand: Die Leitung endet in der Schalterdose, für die neue Position muss ein Schlitz gefräst, die Leitung verlängert oder neu gezogen und die alte Dose als Abzweigdose mit Blinddeckel belassen werden. Günstiger ist ein Funktaster an der Wunschposition, der einen Funkaktor in der alten Schalterdose oder in der Leuchte schaltet – dafür braucht die alte Dose einen Neutralleiter. Wer beim Neubau die zweite denkbare Bettwand oder Türseite gleich mit einer Leerdose versieht, spart beides.

Was ist der Unterschied zwischen Serienschalter und Wechselschalter?

Ein Serienschalter hat zwei Wippen und schaltet an einer Stelle zwei Lichtgruppen unabhängig voneinander, etwa Deckenleuchte und Wandleuchten. Ein Wechselschalter hat eine Wippe und schaltet eine Lichtgruppe – zusammen mit einem zweiten Wechselschalter von zwei Stellen aus. Wer zwei Gruppen von zwei Stellen schalten will, braucht Doppelwechselschalter oder eine Tasterschaltung.

Warum braucht eine Wechselschaltung eine fünfadrige Leitung?

Zwischen den beiden Wechselschaltern laufen zwei korrespondierende Adern, über die der Strom je nach Schalterstellung den einen oder anderen Weg nimmt. Dazu kommen Neutralleiter und Schutzleiter, die zur Leuchte weitergeführt werden, und häufig der geschaltete Außenleiter. Das ergibt fünf Adern – deshalb wird zwischen den Schaltern in der Regel NYM-J 5 × 1,5 mm² verlegt. Ein Ausschalter kommt mit drei Adern aus. Die Ausführung ist Sache der Elektrofachkraft.

Stand: 29.08.2026. Normbezug: DIN 18015-2:2021-10 (Schaltstellen je Raum, Bettplatz, Flur, Treppe), DIN 18015-3 (Installationszonen, Vorzugshöhe 105 cm), DIN 18040-2 (barrierefreie Bedienhöhe 85 cm), DIN VDE 0100-701 (Schutzbereiche im Bad), DIN EN 60617 (Schaltzeichen). Die Normtexte sind kostenpflichtig; die Angaben zu den Schaltstellen nach DIN 18015-2 stammen aus Sekundärquellen, die Tabelle in Abschnitt 3 enthält Empfehlungen über der Mindestausstattung. Abschnitt 7 ist eine Erklärung, keine Anleitung: Die Ausführung von Schaltungen, die Auswahl der Schutzeinrichtungen und die Prüfung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Weiterlesen: Stromkreise planen im Einfamilienhaus · Wie viele Steckdosen pro Raum? · Steckdosen-Höhe und Installationszonen · Steckdosen in der Küche planen · Elektroplanung-Checkliste · Elektro-Symbole im Installationsplan · Elektroplan zeichnen: Anleitung