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Elektroinstallation

Elektroplanung Checkliste Einfamilienhaus: Raum für Raum, mit Fehlern, Kosten und Zeitpunkt

Das Wichtigste in Kürze

Die Elektroinstallation ist das Gewerk, das am längsten unsichtbar bleibt und am häufigsten bereut wird. Der Putz deckt alles zu, was in den Wänden fehlt – bis das Sofa an der Wand ohne Steckdose steht, die Wallbox eine neue Leitung durch das fertige Haus braucht und der Lichtschalter auf der falschen Seite der Tür sitzt. Die Ursache ist fast immer dieselbe: Die Planung fand statt, als der Rohbau schon stand und der Elektriker einen Vormittag Zeit hatte. Diese Checkliste holt die Entscheidungen dorthin, wo sie hingehören: an den Grundriss. Sie nennt den richtigen Zeitpunkt, die Zuständigkeiten, die Ausstattung je Raum, die Punkte, die das ganze Haus betreffen, einen Kostenrahmen und die Fehler, die in fast jedem Neubau vorkommen. Die Listen sind zum Ausdrucken gedacht – ein Häkchen je Zeile, bevor das Angebot unterschrieben wird.

1 · Wann die Elektroplanung beginnt

Der richtige Zeitpunkt ist die Grundrissphase: Sobald Räume, Türen, Fenster und die grobe Möblierung feststehen, lassen sich Auslässe sinnvoll setzen. Das ist deutlich früher, als die meisten Bauherren erwarten. Beim Massivhaus markiert der Elektrobetrieb die Auslässe beim sogenannten Elektrotermin auf dem Rohbau – wer dann erst anfängt, über Steckdosen nachzudenken, entscheidet unter Zeitdruck. Beim Fertighaus ist der Zeitpunkt noch früher: Die Wandelemente werden im Werk mit Dosen und Leerrohren vorgefertigt, die Elektroplanung ist Teil der Bemusterung, oft acht bis zwölf Wochen vor der Produktion. Was dort nicht auf dem Plan steht, ist später nur mit Aufputz- oder Kabelkanal-Lösungen nachzurüsten.

Praktisch heißt das: Elektroplanung läuft parallel zur Entwurfsplanung des Architekten oder Hausanbieters und ist abgeschlossen, bevor die Ausführungspläne freigegeben werden. Zwei Dinge sollten zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden sein, weil sie Leitungswege und Zählerplatz bestimmen: die Heizungstechnik (Wärmepumpe, Lüftung) und die Energietechnik (PV, Speicher, Wallbox) – auch wenn sie erst in einigen Jahren nachgerüstet wird. Und die Küche sollte zumindest als Geräteplan vorliegen, weil ihre Anschlüsse zentimetergenau sitzen müssen (Steckdosen in der Küche planen).

2 · Wer die Elektroplanung macht

Eine Elektroplanung hat zwei Ebenen. Die Vorplanung beantwortet, was wohin soll: Steckdosen, Schalter, Leuchten, Netzwerk, Geräteanschlüsse, jeweils Raum für Raum und mit Blick auf die Möblierung. Das ist Aufgabe des Bauherrn, denn niemand sonst weiß, wo das Bett steht, wie viele Bildschirme im Home-Office laufen und ob die Terrasse im Winter beleuchtet werden soll. Die Ausführungsplanung übersetzt das in eine normgerechte Anlage: Aufteilung in Stromkreise, Leiterquerschnitte, Schutzeinrichtungen, Verteileraufbau, Zählerplatz, Potentialausgleich, Überspannungsschutz. Sie ist Aufgabe des Elektrobetriebs, der auch die Anlage errichtet, prüft und beim Netzbetreiber anmeldet.

Beim Bauträger- oder Fertighaus liegt eine Grundausstattung in der Bau- und Leistungsbeschreibung vor. Sie orientiert sich häufig an der Mindestausstattung nach DIN 18015-2 und ist bewusst knapp; alles darüber wird in der Bemusterung als Mehrpreis vereinbart. Es lohnt sich, die Ausstattung vor der Bemusterung selbst durchzuplanen und die Positionen mitzubringen, statt sie im Termin zu erraten. Bei größeren Projekten – Bus-System (KNX), PV mit Speicher und Notstrom, mehrere Wallboxen, Einliegerwohnung, Barrierefreiheit – lohnt ein unabhängiger Fachplaner für Elektrotechnik, der das Leistungsverzeichnis erstellt und Angebote vergleichbar macht. Der Steckdosenplaner und der Elektroplanung-Fragebogen decken die erste Ebene ab: Sie erzeugen einen Vorplan, mit dem sich das Gespräch mit dem Elektrobetrieb auf die Ausführung konzentrieren kann.

3 · Checkliste Raum für Raum

Die Tabelle nennt die Richtwerte der Stufe 2 (Standardausstattung), mit denen auch der Steckdosenplaner rechnet: S = Steckdosen zur allgemeinen Verwendung, DL = Lichtauslässe, K = Kommunikationsdosen (Netzwerk, TV, Telefon). Zwei Zahlen bedeuten „Raum unter 20 m² / ab 20 m²“. Die Werte sind Orientierungswerte, an die Ausstattungsstufen nach DIN 18015-2 und RAL-RG 678 angelehnt; die Herleitung, die Stufen 1 und 3 und die Normzahlen stehen im Beitrag Wie viele Steckdosen pro Raum?. Geräteanschlüsse mit eigenem Stromkreis (Herd, Spülmaschine, Waschmaschine …) sind nicht mitgezählt und stehen in der Spalte „Besonderes“.

RaumSDLKBesonderes
Flur / Diele311Wechsel- oder Kreuzschaltung an jedem Zugang, alternativ Bewegungsmelder; Türsprechstelle 145 cm; Router-Standort mit Steckdose und LAN; Steckdose für Staubsauger in Flurmitte; Rauchwarnmelder (Rettungsweg)
Wohnzimmer6 / 82 / 32 / 3TV-Wand: Vierfach-Steckdose plus LAN plus TV/SAT auf gleicher Höhe; Sofa-Ecke Doppel- oder Dreifach; Fensterseite; Deckenlicht dimmbar, zweite Lichtgruppe für Wandleuchten; Rollladentaster je Fenster oder zentral
Esszimmer4 / 61 / 21 / 2Pendelleuchte exakt über der Tischposition (vorher festlegen); Steckdose in Tischnähe (Raclette, Laptop); Sideboard-Wand Doppelsteckdose
Küche6 / 81 / 21Doppelsteckdosen über der Arbeitsplatte 115 cm (2 je 1,20 m); Herdanschlussdose 60 cm im Nachbarschrank; eigene Stromkreise für Herd, Backofen, Spülmaschine, Kühl-/Gefriergerät; Dunstabzug 200 cm; Bodentank bei Kochinsel; Unterschrankbeleuchtung – im Detail: Steckdosen in der Küche planen
Schlafzimmer4 / 51 / 21 / 2Je Bettseite Doppelsteckdose plus Schaltstelle (Wechselschaltung Tür–Bett); Rollladentaster am Bett; LAN, falls Fernseher; zweite mögliche Bettwand mitplanen; Rauchwarnmelder Pflicht
Kinderzimmer4 / 51 / 21 / 2Steckdosen an zwei Wänden, weil Bett und Schreibtisch wandern; Doppelsteckdose am späteren Schreibtisch, dort LAN; Rauchwarnmelder Pflicht
Bad2 / 31 / 20 / 1Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701 (keine Steckdose näher als 60 cm an Wanne oder Dusche); Steckdose am Spiegel 105–130 cm; Anschluss Spiegelschrank; Lüfter; Waschmaschine mit eigenem Stromkreis, wenn sie hier steht; ggf. elektrischer Handtuchheizkörper
Gäste-WC210Steckdose am Spiegel; Lüfter; Steckdose neben dem WC für ein späteres Dusch-WC
Home-Office6 / 823 / 4Zwei LAN-Dosen je Arbeitsplatz; Steckdosen auf Schreibtischhöhe (100–115 cm) statt hinter dem Tisch; Drucker-Position; Leerrohr zur Decke für Access-Point; Blendfreies Deckenlicht, Lichtschalter am Platz
Hauswirtschaftsraum511Waschmaschine und Trockner je eigener Stromkreis, Steckdosen 115 cm seitlich neben den Geräten; Doppelsteckdose über der Arbeitsfläche; Bügelstation; Gefriertruhe mit eigenem Stromkreis; ggf. Zentralstaubsauger
Technikraum411Zählerplatz und Verteiler mit Reserve; Anschlüsse für Wärmepumpe, Lüftungsanlage, PV-Wechselrichter, Speicher; Netzwerkverteiler mit eigenen Steckdosen; Überspannungsschutz; Potentialausgleichsschiene; LAN für Wärmepumpe und Wechselrichter
Keller3 / 411Feuchtraum: IP44, Aufputz möglich; Werkbank mit Steckdosen 115 cm; Wechselschaltung Treppe; Steckdose an der Kellertreppe; ggf. Drehstromsteckdose CEE 16 A für Werkstatt
Garage / Carport310Wallbox mit eigenem Stromkreis (11 kW: 5 × 2,5 mm² je nach Länge, § 14a EnWG); IP44-Steckdosen 60 cm; Steckdose an der Decke für den Torantrieb; Bewegungsmelder; Leerrohr zum Haus mit Reserve
Außen / Terrasse210IP44-Steckdosen 60 cm, von innen schaltbar, über RCD 30 mA; Beleuchtung Hauseingang mit Bewegungsmelder; Klingeltaster 130 cm; Leerrohr in den Garten (Gartenhaus, Bewässerung, Teichpumpe); Steckdose für Weihnachtsbeleuchtung; Außenfühler der Wärmepumpe

Die Zahlen sind das Minimum einer zeitgemäßen Planung, nicht das Ziel. Wer sie erreicht hat, prüft die Verteilung: Jeder Raum bekommt Steckdosen an mindestens zwei Wänden, jede Tür eine Schaltstelle, jeder Bettplatz und jeder Arbeitsplatz eine Doppelsteckdose, jeder Fernseher und jeder Schreibtisch eine Netzwerkdose. Die Montagehöhen – 30 cm für Steckdosen, 105 cm für Schalter, 115 cm über Arbeitsflächen, 60 cm im Freien – stehen im Beitrag Steckdosen-Höhe und Installationszonen; die Schaltungsarten je Raum erklärt Lichtschalter planen: Aus-, Wechsel- und Kreuzschaltung.

Passendes Werkzeug Steckdosenplaner: Vorplanung im eigenen Grundriss Grundriss laden, Räume markieren, Steckdosen, Schalter, Leuchten, Netzwerk und Geräteanschlüsse als Symbole setzen – „Ausstattung prüfen“ hält jeden Raum gegen die Tabelle oben. Der Elektroplanung-Fragebogen fragt in 11 Schritten Haus, Heizung, Energietechnik und Räume ab und erzeugt ein PDF für das Gespräch mit dem Elektrobetrieb.

Der Elektroplanung-Fragebogen ist der passende zweite Schritt: Er fragt Haus, Heizung, Energietechnik und Räume ab, rechnet die Ausstattung je Raum aus und erzeugt ein PDF, das als Grundlage für das Angebot dient.

4 · Checkliste für das ganze Haus

Die folgenden Punkte tauchen in keiner Raumtabelle auf und entscheiden trotzdem darüber, ob das Haus in zehn Jahren noch zur Technik passt. Sie gehören in das Gespräch mit dem Elektrobetrieb, bevor das Angebot geschrieben wird.

Hausanschluss, Zählerplatz und Verteiler

  • Hausanschlussraum oder -nische festgelegt (Lage, Zugänglichkeit, Nähe zur Straße), Antrag beim Netzbetreiber gestellt – Vorlauf oft mehrere Monate
  • Zählerschrank nach VDE-AR-N 4100 mit Platz für zusätzliche Zähler (Wärmepumpe, Wallbox, PV-Erzeugung), Raum für Zusatzanwendungen und Abschlusspunkt Zählerplatz für Smart-Meter-Gateway und Steuerbox
  • Verteiler mit Reserve: mindestens vier Reihen zu zwölf Teilungseinheiten (DIN 18015-1, Sekundärquelle), realistisch fünf Reihen und 20–30 % freie Plätze, wenn Wallbox, Wärmepumpe, Speicher oder Sauna auch nur denkbar sind
  • Überspannungsschutz Typ 1/2 am Zählerplatz nach DIN VDE 0100-443 und -534 – im Neubau Stand der Technik; Typ-3-Ableiter für Netzwerk, TV und empfindliche Geräte im Verteiler oder an der Dose
  • RCD-Gruppen: mehrere Fehlerstrom-Schutzschalter 30 mA, sodass ein Fehler im Bad nicht die Kühltruhe abschaltet; Kühl-/Gefriergerät, Heizung und Netzwerk bevorzugt auf eigenen RCD oder RCBO; alle Steckdosen- und Beleuchtungsstromkreise über RCD (DIN VDE 0100-410)
  • Potentialausgleich: Haupterdungsschiene im Hausanschlussraum, Fundamenterder nach DIN 18014 vor dem Betonieren der Bodenplatte – der einzige Punkt der Elektroinstallation, der vor dem Rohbau fertig sein muss
  • Stromkreisverzeichnis und Verteilerbeschriftung als Bestandteil des Angebots

Netzwerk, Multimedia und Leerrohre

  • Zentraler Netzwerkverteiler (Patchfeld, Switch, Router) im Technikraum oder Flur mit eigenen Steckdosen und Lüftung; Glasfaser-Hausanschluss (Gf-AP) daneben
  • Netzwerkdosen sternförmig zum Verteiler, mindestens Cat 6A: zwei je Arbeitsplatz, eine je Fernseher, eine je Etage für einen Access-Point an der Decke, je eine für Wärmepumpe, Wechselrichter und Türsprechanlage
  • TV/SAT: Verteilung ab Dach oder Keller, Dosen an allen Fernsehplätzen – oder bewusste Entscheidung für Streaming über LAN
  • Leerrohre M20/M25 in jeden Raum (Decke und Sockelzone), vom Verteiler zum Dach (PV), zur Garage (Wallbox), in den Garten und zur Haustür – Leerrohre kosten im Rohbau wenig und ersparen später Stemmarbeit
  • Smart Home: Systementscheidung (konventionell, KNX-Bus, Funk) vor der Rohinstallation; bei Bus: Busleitung zu allen Schaltstellen, Raumtemperaturfühlern und Rollladenantrieben, Aktoren im Verteiler; bei Funk oder „später vielleicht“: tiefe Dosen (60 mm) an allen Schaltstellen und Neutralleiter in jeder Schalterdose
  • Rollläden und Jalousien: je Fenster Motor mit Taster oder zentraler Steuerung, Leitung im Rohbau zur Fensterlaibung

Energietechnik: PV, Speicher, Wallbox, Wärmepumpe

  • PV-Anlage: Leerrohr vom Dach zum Wechselrichter-Standort, Wechselrichter- und Speicherplatz im Technikraum mit Wandfläche, Steckdose und LAN; Anschluss nach VDE-AR-N 4105 – auch wenn die Anlage erst in zwei Jahren kommt
  • Wallbox: eigener Stromkreis 11 kW (Drehstrom, 16 A) mit passendem Querschnitt und RCD Typ A plus DC-Fehlerstromerkennung oder Typ B; Anmeldung beim Netzbetreiber; Steuerbarkeit nach § 14a EnWG ab 4,2 kW – siehe Wallbox-Rechner
  • Wärmepumpe: Zuleitung Innen- und Außeneinheit nach Datenblatt, eigener Zähler oder Messkonzept, Steuerbarkeit nach § 14a EnWG, reduzierte Netzentgelte – Details im Beitrag Wärmepumpenstrom und § 14a EnWG
  • Lüftungsanlage, Heizungsumwälzpumpe, Zirkulation, Enthärtungsanlage: je Anschluss geplant, ggf. Leerrohr für Bedienteile in Wohnräumen
  • Notstrom- oder Ersatzstromfähigkeit des Speichers: falls gewünscht, Umschalteinrichtung im Verteiler von Anfang an vorsehen

Außenbereich, Sicherheit und Barrierefreiheit

  • Klingeltaster 130 cm und Türsprechanlage (Audio oder Video), Leitung oder Bus zur Innenstation und Leerrohr zum Gartentor; elektrischer Türöffner
  • Außenbeleuchtung an Hauseingang, Terrasse, Garage und Weg, je nach Lage mit Bewegungsmelder oder Dämmerungsschalter; Schaltstellen innen an der Terrassentür und im Flur
  • Gartenstrom: Leerrohr oder Erdkabel NYY zum Gartenhaus, zur Bewässerung, zum Teich und zum Sitzplatz; Außensteckdosen IP44 mit Klappdeckel, von innen schaltbar, über RCD 30 mA
  • Rauchwarnmelder nach Landesbauordnung: Schlafräume, Kinderzimmer und Flure, die als Rettungsweg dienen; in Berlin und Brandenburg zusätzlich alle Aufenthaltsräume außer Küchen (Stand der Bauordnungen prüfen); Planung nach DIN 14676-1, im Neubau vernetzt oder mit Leerrohr zur Deckenmitte
  • Alarm- und Zutrittstechnik: Leerrohre zu Fenstern (Magnetkontakte), Haustür und Außenwand (Bewegungsmelder, Sirene), auch wenn die Anlage erst später kommt
  • Barrierefreiheit nach DIN 18040-2: Bedienelemente auf 85 cm, Steckdosen nicht tiefer als 40 cm, seitlich 50 cm Abstand zur Ecke – im Neubau kostenneutral, nachträglich kaum machbar; Vorbereitung für einen Treppenlift (Steckdose am Treppenanfang und -ende)

5 · Kosten der Elektroinstallation 2026

Kosten für die Elektroinstallation lassen sich seriös nur aus einem Leistungsverzeichnis beziffern. Für die Budgetplanung gibt es dennoch belastbare Größenordnungen, die Branchenportale (unter anderem Blauarbeit, MyHammer, DAIBAU, Stand 2026) übereinstimmend nennen: Die komplette Elektroinstallation im Neubau entspricht etwa 3 bis 5 Prozent der Bausumme bzw. 80 bis 150 Euro je Quadratmeter Wohnfläche für Standard- bis gehobene Ausstattung. Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² sind das rund 12.000 bis 22.500 Euro; mit KNX-Bus, PV, Speicher und Wallbox steigt der Rahmen auf 30.000 Euro und mehr. Die Zahlen sind Größenordnungen aus Sekundärquellen, keine Angebotspreise, und sie enthalten den Hausanschluss (je nach Netzbetreiber grob 2.000 bis 5.000 Euro) meist nicht.

AusstattungGrößenordnung €/m²EFH 150 m²Typisch enthalten
Grundausstattung (Stufe 1)70–9510.500–14.000 €Mindestausstattung nach DIN 18015-2, konventionelle Schaltung, wenig Netzwerk, keine Reserve
Standardausstattung (Stufe 2)90–12013.500–18.000 €Tabelle in Abschnitt 3, Netzwerk in Wohnräumen, Verteiler mit Reserve, Überspannungsschutz, Außenanlagen
Komfortausstattung (Stufe 3)120–18018.000–27.000 €Mehr Auslässe, Dimmer, Rollladensteuerung, Leerrohre überall, Vorbereitung Energietechnik, Sprechanlage mit Video
Smart Home mit Bus-System (KNX)180–25027.000–37.500 €Busleitung, Aktoren, Visualisierung, Programmierung; zusätzlich Wallbox, PV-AC-Seite, Speicheranschluss nach Aufwand

Die Spreizung erklärt sich vor allem über die Anzahl der Auslässe und den Stundensatz: Elektrofachbetriebe rechnen 2026 mit etwa 55 bis 85 Euro netto je Stunde (Branchenangaben), und jeder zusätzliche Auslass kostet im Rohbau als Erfahrungswert 60 bis 120 Euro inklusive Leitung, Dose und Feininstallation. Derselbe Auslass nachträglich in der fertigen Wand kostet ein Mehrfaches – das ist das stärkste Argument dafür, in der Planung eher eine Steckdose mehr vorzusehen. Wer Angebote vergleicht, achtet auf drei Punkte: Sind Auslässe gezählt oder pauschal beschrieben, ist die Ausstattungsstufe benannt, und welche Positionen (Zählerschrank, Hausanschluss, Sprechanlage, Netzwerkverteiler, Prüfung und Dokumentation) sind enthalten.

6 · Die zehn häufigsten Fehler

  1. Zu spät angefangen. Die Planung beginnt beim Elektrotermin auf dem Rohbau statt am Grundriss. Folge: Entscheidungen in einer Stunde, keine Zeit für die Möblierung, Standardpositionen des Elektrikers.
  2. Grundriss ohne Möbel. Steckdosen werden gleichmäßig an die Wand verteilt, statt dort, wo Bett, Sofa, Schreibtisch und Fernseher stehen. Ein Möblierungsplan – auch grob – ist die wichtigste Unterlage der Elektroplanung.
  3. Mindestausstattung als „Standard“ verkauft. Die Bau- und Leistungsbeschreibung nennt Zahlen nahe der DIN-Mindestausstattung; wer nicht nachrechnet, bekommt ein Haus mit 30 Steckdosen. Die Tabelle in Abschnitt 3 ist der Maßstab.
  4. Verteiler ohne Reserve. Der Verteiler ist nach der Feininstallation voll; Wallbox, Wärmepumpe oder Speicher brauchen später einen zweiten Schrank. Fünf Reihen und freie Plätze kosten im Neubau wenig.
  5. Keine Leerrohre. Was heute nicht gebraucht wird – Gartenstrom, PV, Alarmanlage, Access-Point, zweite Netzwerkdose – lässt sich durch ein leeres Rohr nachziehen. Ohne Rohr wird es Aufputz.
  6. Netzwerk nur per WLAN. Fernseher, Konsole, Schreibtisch, Wärmepumpe und Wechselrichter gehören ans Kabel; WLAN kommt vom Access-Point an der Decke. Ein Netzwerkverteiler ohne Steckdose und Platz ist ebenfalls ein Klassiker.
  7. Außenbereich vergessen. Keine Steckdose auf der Terrasse, kein Licht am Weg, keine Leitung zum Gartenhaus, kein Leerrohr zum Tor. Der Außenbereich wird bei der Bemusterung zuletzt behandelt und zuerst gestrichen.
  8. Energietechnik nicht vorbereitet. Zählerplatz ohne Platz für Steuerung und zweiten Zähler, keine Leitung zur Garage, kein Rohr zum Dach. Die Wallbox kostet dann nicht 1.500, sondern 4.000 Euro.
  9. Schaltstellen nicht durchdacht. Nur ein Schalter für den Flur mit zwei Zugängen, kein Schalter am Bett, Schalter auf der Bandseite der Tür, Rollladentaster weit vom Fenster. Jeder Zugang eine Schaltstelle, Wechselschaltung wo nötig.
  10. Keine Dokumentation verlangt. Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600, Stromkreisverzeichnis und Revisionsplan sind Teil der Leistung – nicht Kulanz. Wer sie nicht im Angebot hat, sucht in zehn Jahren Leitungen mit dem Detektor.

7 · Ablauf: von der Vorplanung bis zur Prüfung

Die Elektroinstallation zieht sich über die gesamte Bauzeit und hat feste Schnittstellen zu anderen Gewerken. Wer die Reihenfolge kennt, weiß, wann welche Entscheidung spätestens fallen muss.

  1. Vorplanung (Entwurfsphase). Möblierungsplan, Ausstattungsstufe, Raum-für-Raum-Liste, Entscheidung über Heizungs- und Energietechnik, Smart-Home-System. Ergebnis: Vorplan mit Symbolen im Grundriss – etwa aus dem Steckdosenplaner – und die Antworten des Elektroplanung-Fragebogens. Wie der Plan gezeichnet wird, steht in Elektroplan zeichnen: Anleitung, die Symbole in Elektro-Symbole im Installationsplan.
  2. Angebot und Ausführungsplanung. Der Elektrobetrieb erstellt aus dem Vorplan ein Leistungsverzeichnis mit Stückzahlen, plant Stromkreise, Querschnitte und Verteiler (Stromkreise planen, Kabelquerschnitt bestimmen) und stellt die Anträge beim Netzbetreiber: Hausanschluss, ggf. Wärmepumpe, Wallbox, PV.
  3. Fundamenterder. Vor dem Betonieren der Bodenplatte nach DIN 18014 – der erste Termin des Elektrikers auf der Baustelle, häufig vom Rohbauer übernommen, aber vom Elektrobetrieb zu dokumentieren.
  4. Elektrotermin und Rohinstallation. Nach dem Rohbau, vor Putz, Estrich und Trockenbau: Auslässe werden auf die Rohwände gezeichnet (Höhen ab Oberkante Fertigfußboden, Fußbodenaufbau einrechnen), Schlitze gefräst, Dosen gesetzt, Leitungen und Leerrohre verlegt, Zählerschrank gesetzt. Beim Fertighaus entfällt dieser Schritt weitgehend, weil die Wände vorgefertigt kommen. Letzter Zeitpunkt für Änderungen ohne Mehrkosten ist der Tag vor dem Fräsen.
  5. Putz, Estrich, Trockenbau, Maler. Der Elektriker ist nicht auf der Baustelle; Dosen sind mit Putzdeckeln geschützt. Jetzt wird die Küche bestellt – mit dem Installationsplan des Küchenstudios, der zu den gesetzten Anschlüssen passen muss.
  6. Feininstallation. Nach den Malerarbeiten: Schalter, Steckdosen, Leuchtenauslässe, Sprechanlage, Rauchwarnmelder, Verteiler bestücken und verdrahten, Netzwerkverteiler patchen, Geräte anschließen.
  7. Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600. Besichtigen, Erproben, Messen: Durchgängigkeit der Schutzleiter, Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz, RCD-Auslösung, Drehfeld. Ohne bestandene Prüfung keine Inbetriebnahme.
  8. Dokumentation und Inbetriebnahme. Prüfprotokoll, Stromkreisverzeichnis, Revisionsplan mit den tatsächlichen Positionen, Fertigmeldung an den Netzbetreiber, Zählersetzung, Einweisung. Diese Unterlagen gehören in die Bauakte.

Für den Bauherrn liegt der Aufwand fast vollständig in Schritt 1. Wer dort eine Raum-für-Raum-Liste, einen Möblierungsplan und Antworten auf die Punkte aus Abschnitt 4 mitbringt, bekommt ein vergleichbares Angebot und einen Elektrotermin, der aus Bestätigen statt Erfinden besteht.

8 · Häufige Fragen

Wann sollte die Elektroplanung beginnen?

Sobald der Grundriss steht und die Möblierung grob feststeht – also in der Entwurfsphase, Monate vor dem Rohbau. Beim Massivhaus müssen die Auslässe spätestens vor dem Elektrotermin auf dem Rohbau feststehen, beim Fertighaus schon zur Bemusterung, weil die Wände mit Dosen und Leerrohren im Werk vorgefertigt werden. Wer erst im Rohbau plant, entscheidet unter Zeitdruck und zahlt jede spätere Änderung mit Stemmarbeiten.

Wer macht die Elektroplanung beim Einfamilienhaus?

In der Regel der Bauherr die Vorplanung (welche Räume, welche Geräte, welche Steckdosen und Schalter wo) und der ausführende Elektrobetrieb die Ausführungsplanung (Stromkreise, Querschnitte, Verteiler, Schutzeinrichtungen, Normkonformität). Bei Bauträger- und Fertighäusern legt der Anbieter eine Grundausstattung vor, die der Bauherr in der Bemusterung ergänzt. Ein unabhängiger Fachplaner für Elektrotechnik lohnt sich bei größeren oder technisch anspruchsvollen Projekten, etwa mit KNX, PV, Speicher und Wallbox.

Was kostet die Elektroinstallation im Einfamilienhaus 2026?

Nach Branchenportalen liegt die komplette Elektroinstallation im Neubau 2026 bei etwa 80 bis 150 Euro je Quadratmeter Wohnfläche für Standard- bis gehobene Ausstattung, also rund 12.000 bis 22.500 Euro für ein Haus mit 150 m²; mit Bus-System, PV, Speicher und Wallbox sind 30.000 Euro und mehr üblich. Als Faustformel werden 3 bis 5 Prozent der Bausumme genannt. Das sind Größenordnungen aus Sekundärquellen, keine Angebotspreise.

Wie viele Steckdosen sind im Einfamilienhaus üblich?

In Standardausstattung (Stufe 2) als Orientierung: Wohnzimmer 6 bis 8, Küche 6 bis 8, Esszimmer 4 bis 6, Schlaf- und Kinderzimmer 4 bis 5, Home-Office 6 bis 8, Bad 2 bis 3, Flur 3, Hauswirtschaftsraum 5, Garage 3, Terrasse 2 – jeweils ohne die Geräteanschlüsse mit eigenem Stromkreis. Für ein Haus mit 130 bis 150 m² ergeben sich damit rund 40 bis 50 Steckdosen; ein Angebot mit 35 Steckdosen für ein solches Haus ist Mindestausstattung.

Wo sind Rauchwarnmelder im Neubau Pflicht?

Alle Landesbauordnungen verlangen Rauchwarnmelder in Schlafräumen, Kinderzimmern und in Fluren, die als Rettungsweg aus Aufenthaltsräumen dienen; Berlin und Brandenburg schließen zusätzlich alle Aufenthaltsräume außer Küchen ein. Die Planung nach DIN 14676-1 sieht Melder an der Decke, mittig im Raum und mit mindestens 50 cm Abstand zu Wänden und Einbauten vor. Im Neubau bietet es sich an, die Melder zu vernetzen und zumindest ein Leerrohr zur Deckenmitte jedes Raums vorzusehen.

Muss ich Wallbox, Wärmepumpe und PV schon bei der Elektroplanung berücksichtigen?

Ja – auch wenn die Geräte erst später kommen. Zählerplatz und Hausanschluss müssen nach VDE-AR-N 4100 Platz für Steuerung und zusätzliche Zähler bieten, der Verteiler Reserve für die Stromkreise, und die Leitungen zu Garage, Technikraum und Dach lassen sich nur vor dem Verputzen sauber führen. Wärmepumpen und Wallboxen ab 4,2 kW sind steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG; die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt der Elektrobetrieb.

Welche Unterlagen bekomme ich nach der Elektroinstallation?

Das Prüfprotokoll der Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 mit Mess- und Prüfergebnissen, ein Stromkreisverzeichnis mit Beschriftung im Verteiler, den Installationsplan mit den tatsächlich ausgeführten Positionen (Revisionsplan) sowie die Fertigmeldung an den Netzbetreiber. Diese Unterlagen gehören zur Bauakte und sind später bei jeder Erweiterung, jedem Verkauf und jeder Versicherungsfrage die Grundlage.

Stand: 29.08.2026. Normbezug: DIN 18015-1 (Planungsgrundlagen), DIN 18015-2:2021-10 (Mindestausstattung), DIN 18015-3 (Installationszonen), RAL-RG 678, DIN VDE 0100-410, -443, -534, -600 und -701, DIN 18014 (Fundamenterder), DIN 14676-1 (Rauchwarnmelder), DIN 18040-2 (Barrierefreiheit), VDE-AR-N 4100, § 14a EnWG. Die Richtwerte je Raum sind Orientierungswerte, an die Ausstattungsstufen angelehnt; die Normzahlen zu Verteilergröße und Mindestausstattung stammen aus Sekundärquellen. Die Kostenangaben sind Größenordnungen aus Branchenportalen (Stand 2026), keine Angebotspreise. Rauchwarnmelder-Pflichten richten sich nach der jeweiligen Landesbauordnung. Planung und Ausführung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Weiterlesen: Steckdosen in der Küche planen · Wie viele Steckdosen pro Raum? · Steckdosen-Höhe und Installationszonen · Stromkreise planen · Lichtschalter planen: Schaltungen · Elektroplan zeichnen: Anleitung · Elektro-Symbole im Installationsplan · Kabelquerschnitt richtig bestimmen