In keinem anderen Raum stehen so viele Geräte auf so wenig Wand, und in keinem anderen Raum muss die Elektroinstallation so genau zu Möbeln passen, die erst Monate später geliefert werden. Eine Steckdose zwei Zentimeter zu hoch verschwindet hinter dem Oberschrank, eine Herdanschlussdose hinter dem Backofen ist erst nach dessen Ausbau erreichbar, und eine Kochinsel ohne Bodentank bleibt eine Insel ohne Strom. Dieser Beitrag geht die Küche von der Anzahl der Steckdosen über die Höhen und Stromkreise bis zu den Sonderfällen durch und erklärt, wie der Installationsplan des Küchenstudios mit dem Elektroplan zusammenkommt. Die Zahlen sind dieselben, mit denen der Steckdosenplaner rechnet; die Richtwerte für die übrigen Räume stehen im Beitrag Wie viele Steckdosen pro Raum?.
1 · Warum die Küche der anspruchsvollste Raum ist
Drei Dinge unterscheiden die Küche von jedem anderen Raum. Erstens die Leistung: Ein Induktionskochfeld zieht bis zu 7,4 kW, Backofen, Spülmaschine, Wasserkocher und Kaffeemaschine je 2 bis 3,5 kW – die Küche allein braucht so viele Stromkreise wie der Rest des Erdgeschosses. Zweitens die Gleichzeitigkeit: Morgens laufen Kaffeemaschine, Wasserkocher und Toaster in derselben Ecke; ein 16-A-Stromkreis mit 3.680 W ist damit voll. Drittens die Geometrie: Steckdosen sitzen zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank in einem Streifen von oft nur 50 bis 60 cm, Geräteanschlüsse müssen in Schränken liegen, die noch nicht existieren, und die Positionen kommen aus einem Küchenplan, der zum Zeitpunkt der Rohinstallation im besten Fall als Entwurf vorliegt.
Und weil Fliesenspiegel, Hochschränke und Arbeitsplatte die Wand vollständig abdecken, bleibt eine vergessene Steckdose für die Lebensdauer der Küche vergessen.
2 · Wie viele Steckdosen in der Küche?
Die Orientierungswerte des Steckdosenplaners für Steckdosen zur allgemeinen Verwendung lauten 5 · 6 · 8 für eine Küche unter 20 m² und 6 · 8 · 10 für eine größere, jeweils für die Stufen Mindest · Standard · Komfort. Sie sind an die Ausstattungsstufen für Wohngebäude nach DIN 18015-2 und RAL-RG 678 angelehnt; maßgeblich ist die Norm in der aktuellen Fassung. Zum Vergleich die Normzahlen, die – weil der Normtext kostenpflichtig ist – aus Sekundärquellen stammen: DIN 18015-2:2021-10 rechnet für die Küche mit 3 Steckdosen plus 2 je 1,20 m Arbeitsfläche, die Steckdosen über der Arbeitsfläche als Doppelsteckdosen ausgeführt; die RAL-RG 678 nennt für die Standardausstattung 10 und für die Komfortausstattung 12 Steckdosen. Bei einer Küche mit 3,60 m Arbeitsfläche ergibt die DIN-Regel 3 + 6 = 9 Steckplätze, also mehr, als der Richtwert der Stufe 1 verlangt – die Orientierungswerte sind bewusst eine Untergrenze.
Nicht mitgezählt sind die Anschlüsse für Herd, Backofen, Spülmaschine, Kühl-/Gefriergerät, Dunstabzug, Mikrowelle und andere Einbaugeräte. Sie werden je Gerät geplant (Abschnitt 5) und kommen hinzu: Eine Standardküche hat damit 8 allgemeine Steckplätze plus 5 bis 7 Geräteanschlüsse – 13 bis 15 Positionen auf dem Plan. Die Tabelle verteilt die Richtwerte auf die Zonen einer Küche.
| Küchenzone | unter 20 m² Mindest · Standard · Komfort | ab 20 m² Mindest · Standard · Komfort | Ausführung |
|---|---|---|---|
| Arbeitsfläche am Kochfeld (links und rechts) | 2 · 2 · 3 | 2 · 3 · 4 | Doppelsteckdosen 115 cm, mindestens 30 cm seitlich vom Kochfeld; Stromkreis A |
| Arbeitsfläche an der Spüle / zweite Arbeitszone | 1 · 2 · 2 | 2 · 2 · 3 | Doppelsteckdose 115 cm, nicht direkt über dem Becken; Stromkreis B |
| Frühstücksplatz: Kaffeemaschine, Wasserkocher, Toaster | 1 · 1 · 2 | 1 · 2 · 2 | Doppel- oder Dreifachkombination 115 cm; eigener Stromkreis, wenn Wasserkocher und Kaffeevollautomat zusammen betrieben werden |
| Esstisch, Kochinsel, Bodennähe (Staubsauger), Reserve | 1 · 1 · 1 | 1 · 1 · 1 | Steckdose 30 cm an der Tischwand oder Bodentank an der Insel; Steckdose in Sockelnähe für Staubsauger und Staubsaugerroboter |
| Summe allgemeine Steckdosen | 5 · 6 · 8 | 6 · 8 · 10 | entspricht den Richtwerten des Steckdosenplaners |
| Geräteanschlüsse (nicht mitgezählt) | 5–7 | 5–8 | Herd, Backofen, Spülmaschine, Kühl-/Gefriergerät, Dunstabzug, ggf. Mikrowelle, Kaffeevollautomat, Warmwassergerät – Abschnitt 5 |
3 · Höhen und Positionen: Arbeitsplatte, Herd, Geräte
Alle Höhen gelten für die Mitte der Dose über der Oberkante des Fertigfußbodens (OFF); auf dem Rohbau kommt der Fußbodenaufbau von meist 12 bis 18 cm hinzu – in der Küche besonders kritisch, weil wenige Zentimeter die Dose in den Oberschrank schieben. Die Installationszonen nach DIN 18015-3 und die Höhentabelle für alle Räume stehen im Beitrag Steckdosen-Höhe und Installationszonen.
Steckdosen über der Arbeitsplatte: 115 cm. Der Richtwert liegt in der mittleren Installationszone (100 bis 130 cm). Bei einer Arbeitsplatte auf 90 bis 92 cm sitzt die Dose damit 20 bis 25 cm über der Platte und mittig in einer Nische von 55 bis 60 cm Höhe. Bei höheren Arbeitsplatten – 95 bis 100 cm sind bei großen Menschen üblich – rückt die Dose mit: Unterkante der Dose mindestens 10 bis 15 cm über der Platte, damit Stecker und Leitung nicht auf dem Toaster liegen. Die Grenze nach oben setzt die Unterkante des Oberschranks: Bei 50 cm Nischenhöhe und einer Platte auf 92 cm endet die Nische bei 142 cm; eine Dose auf 115 cm reicht mit Rahmen bis 119 cm – das passt, aber ohne viel Spiel. Steckdosenleisten in der Nische oder im Oberschrankboden brauchen einen Anschluss oberhalb des Oberschranks (200 cm).
Herdanschlussdose: 60 cm, im Nachbarschrank. Die Herdanschlussdose sitzt im Unterschrank links oder rechts neben dem Kochfeld beziehungsweise Herd – nicht dahinter. Ein Kochfeld mit Backofen darunter füllt die Nische vollständig; eine Dose dahinter ist erst nach dem Ausbau des Backofens erreichbar. Die Schrankseitenwand bekommt einen Durchbruch für die Anschlussleitung. Beim Backofen im Hochschrank gilt dasselbe Prinzip: Anschluss im Nachbarschrank oder in der Nische ober- oder unterhalb des Geräts, Höhe nach dem Küchenplan.
Geräte-Steckdosen: erreichbar, nicht hinter dem Gerät. Spülmaschine, Kühl-/Gefriergerät, Backofen, Mikrowelle und Kaffeevollautomat werden eingesteckt; die Steckdose gehört in den Nachbarschrank auf 30 bis 60 cm (der Steckdosenplaner setzt für Spülmaschine und Backofen 60 cm), bei Geräten im Hochschrank in die Nische darüber oder darunter – Geräte müssen sich ohne Ausbau vom Netz trennen lassen, und hinter einem Einbaukühlschrank bleibt ohnehin kein Platz für eine Dose. Der Dunstabzug bekommt seine Steckdose auf 200 cm über dem Oberschrank hinter der Haube; ein Kochfeldabzug (Muldenlüfter) dagegen 60 cm im Unterschrank neben dem Kochfeld – die Bauart muss vor der Rohinstallation feststehen.
Kochinsel: Bodentank. Für Kochfeld, Steckdosen und Geräte in einer freistehenden Insel gibt es nur einen Weg: durch den Boden. Ein Bodentank oder eine Bodendose wird vor dem Estrich gesetzt, die Leitungen laufen in Leerrohren im Fußbodenaufbau und enden im Sockel der Insel. Der Bodentank muss exakt unter dem Inselsockel liegen, also aus dem Küchenplan bemaßt sein – zehn Zentimeter daneben sind im Wohnraum sichtbar.
4 · Stromkreise in der Küche
Die Zahl der Steckdosen sagt wenig, wenn sie alle an einer Sicherung hängen. DIN 18015-2 verlangt nach Sekundärquellen eigene Stromkreise für Herd, Spülmaschine und – bei fester Einplanung – Backofen, Mikrowelle und Dampfgarer; Waschmaschine, Trockner und Durchlauferhitzer kommen hinzu, wenn sie in der Küche stehen. Was darüber hinaus üblich ist, hat sich aus Störungsbildern ergeben:
- Herd / Kochfeld: Drehstromkreis 3 × 16 A über eine Leitung 5 × 2,5 mm², angeschlossen an der Herdanschlussdose. Auch ein Kochfeld, das nur zwei Außenleiter nutzt (7,4 kW), wird fünfadrig angefahren, damit der nächste Gerätetausch keine neue Leitung braucht. Bei langen Wegen vom Verteiler entscheidet der Spannungsfall über den Querschnitt (Kabelquerschnitt richtig bestimmen).
- Backofen: eigener 16-A-Stromkreis, wenn er getrennt vom Kochfeld eingebaut ist. Backöfen bis 3,6 kW sind steckerfertig; größere Kombigeräte brauchen einen Festanschluss nach Datenblatt.
- Spülmaschine: eigener 16-A-Stromkreis. Heizphase und Motor laufen gleichzeitig mit dem Backofen – auf einem gemeinsamen Kreis löst die Sicherung beim Sonntagsbraten aus.
- Kühl-/Gefriergerät: eigener 16-A-Stromkreis, bevorzugt als RCBO oder auf eigenem RCD. Der Grund ist der Urlaub: Löst ein Fehler im Toaster den gemeinsamen Fehlerstrom-Schutzschalter aus, taut in drei Wochen die Tiefkühlware auf.
- Arbeitsplatte: zwei Stromkreise (Praxisregel), nach Zonen aufgeteilt: Kochfeldseite und Frühstücksplatz auf Kreis A, Spülenseite und Reserve auf Kreis B. Wasserkocher (2.000 bis 3.000 W) und Kaffeevollautomat (1.500 W) auf einem Kreis lösen morgens die Sicherung aus.
- Beleuchtung: getrennt von den Steckdosen am Lichtstromkreis des Geschosses, damit die Küche nicht dunkel wird, wenn die Spülmaschine einen Fehler hat; Dunstabzug und Unterschrankbeleuchtung dürfen auf den Lichtkreis.
- Schutz: alle Steckdosen- und Beleuchtungsstromkreise über Fehlerstrom-Schutzschalter 30 mA (DIN VDE 0100-410), der Herd in der Praxis ebenfalls. Ein einzelner RCD darf nicht alle Stromkreise der Wohnung abschalten; sinnvoll ist eine eigene RCD-Gruppe für die Küche.
Für eine Standardküche ergeben sich damit sechs bis acht Stromkreise: Herd (3 Leitungsschutzschalter), Backofen, Spülmaschine, Kühlgerät, Arbeitsplatte A und B, gegebenenfalls Mikrowelle und Warmwassergerät – ein Drittel eines Einfamilienhaus-Verteilers. Die Aufteilung für das ganze Haus erklärt der Beitrag Stromkreise planen.
Passendes Werkzeug Steckdosenplaner: Küche mit Geräteanschlüssen zeichnen Küchengrundriss laden und die Symbole setzen, die die Küche braucht: Steckdose über Arbeitsplatte (SD-A, 115 cm), Herdanschlussdose (HERD, 60 cm), Backofen (BO), Spülmaschine (GS), Dunstabzug (DA, 200 cm) und Bodentank (BT) für die Kochinsel. Jedes Symbol führt seine Höhe in Legende und Ausdruck mit; „Ausstattung prüfen“ zählt die allgemeinen Steckdosen gegen die Richtwerte 5 · 6 · 8 bzw. 6 · 8 · 10.5 · Geräteanschlüsse im Überblick
Die Tabelle fasst zusammen, welches Gerät welche Anschlussart, Absicherung und Position bekommt. Leistungen und Anschlussarten der Geräte sind Herstellerangaben und aus dem Datenblatt des jeweiligen Geräts zu übernehmen; die Höhen sind die Richtwerte des Steckdosenplaners.
| Gerät | Anschlussart | Absicherung / Stromkreis | Höhe / Ort |
|---|---|---|---|
| Kochfeld / Elektroherd | Herdanschlussdose, Festanschluss, Leitung 5 × 2,5 mm² | 3 × 16 A, eigener Drehstromkreis (bis 11 kW) | 60 cm, Unterschrank links oder rechts neben dem Gerät, nicht dahinter |
| Backofen (getrennt eingebaut) | Steckdose, bei über 3,6 kW Festanschluss nach Datenblatt | 16 A, eigener Stromkreis | 60 cm im Nachbarschrank; im Hochschrank Nische darüber oder darunter |
| Spülmaschine | Steckdose | 16 A, eigener Stromkreis | 60 cm im Nachbarschrank (meist Spülenunterschrank), Durchbruch zur Gerätenische |
| Kühl-/Gefriergerät, Gefrierschrank | Steckdose | 16 A, eigener Stromkreis empfohlen, RCBO oder eigener RCD | 30–60 cm im Nachbarschrank oder Nische über dem Hochschrank; nicht hinter dem Einbaugerät |
| Dunstabzugshaube | Steckdose | 16 A, Licht- oder Steckdosenkreis | 200 cm über dem Oberschrank hinter der Haube; Kochfeldabzug 60 cm im Unterschrank |
| Mikrowelle, Dampfgarer, Kompaktbackofen | Steckdose | 16 A, eigener Stromkreis bei fester Einplanung (DIN 18015-2, Sekundärquelle) | Nische im Hochschrank, Steckdose im Nachbarfach |
| Kaffeevollautomat (Einbau), Wärmeschublade | Steckdose | 16 A, Steckdosenkreis A oder eigener Kreis | Nische im Hochschrank |
| Untertisch-Warmwasserspeicher 5 l (ca. 2 kW) | Steckdose | 16 A, Steckdosenkreis B oder eigener Kreis | 60 cm im Spülenunterschrank |
| Kleindurchlauferhitzer 3,5 kW | Steckdose oder Festanschluss | 16 A, eigener Stromkreis | 60 cm im Spülenunterschrank |
| Durchlauferhitzer 18–27 kW | Festanschluss Drehstrom, Querschnitt nach Datenblatt | 3 × 32 A und mehr, eigener Stromkreis, Anmeldung beim Netzbetreiber | 60 cm, Anschluss im Unterschrank oder an der Wand |
| Waschmaschine, Trockner (falls in der Küche) | Steckdose | 16 A, je Gerät eigener Stromkreis | 115 cm seitlich neben dem Gerät |
| Kochinsel (alle Geräte der Insel) | Bodentank / Bodendose mit Leerrohren | je Gerät wie oben; zusätzlich Steckdosenkreis für die Inselseite | Boden, vor dem Estrich, exakt unter dem Inselsockel |
6 · Küchenbeleuchtung und Kommunikation
Die Richtwerte nennen für die Küche 1 · 1 · 2 (unter 20 m²) bzw. 1 · 2 · 2 (ab 20 m²) Lichtauslässe. In der Praxis sind das drei Gruppen: das Deckenlicht als Grundbeleuchtung, das Arbeitslicht unter den Oberschränken und – wenn vorhanden – die Pendelleuchten über Kochinsel oder Esstisch. Jede Gruppe bekommt eine eigene Schaltstelle; das Deckenlicht wird von der Tür geschaltet (105 cm), bei offenen Küchen zusätzlich vom Wohnbereich aus als Wechselschaltung. Die Unterschrankbeleuchtung braucht einen Anschluss, den viele Pläne vergessen: eine Steckdose über dem Oberschrank (200 cm) für das Netzteil oder einen geschalteten Auslass hinter dem Oberschrank, mit eigener Schaltstelle oder Serienschalter neben der Tür. Die Schaltungsarten erklärt der Beitrag Lichtschalter planen: Schaltungen.
Für die Kommunikation nennen die Richtwerte 1 Dose (Stufe 3 in großen Küchen 2). Vernetzte Einbaugeräte laufen über WLAN, aber ein Fernseher oder Display in der Küche, ein Tablet an der Wand oder eine Sprachsteuerung profitieren von einer Netzwerkdose (30 cm oder in Arbeitsplattenhöhe) mit Steckdose daneben. In offenen Wohnküchen ist die Küchendecke zudem oft der beste Platz für einen Access-Point – ein Leerrohr dorthin kostet im Rohbau wenig. Ein TV-Anschluss gehört zur Komfortausstattung; wer ihn nicht braucht, setzt zumindest eine Leerdose.
7 · Sonderfälle: Kochinsel, Durchlauferhitzer, Smart-Geräte
Kochinsel. Neben dem Bodentank (Abschnitt 3) ist die Frage, was alles durch den Boden muss: die Drehstromleitung für das Kochfeld, ein oder zwei Steckdosenkreise für Dosen an der Inselseite – sie sitzen im Sockel oder in der Seitenwange auf 30 cm oder in der Arbeitsplatte als versenkbare Steckdosenleiste –, die Leitung für einen Kochfeldabzug mit Umluftfilter im Inselunterschrank und gegebenenfalls ein Netzwerkkabel. Ein Leerrohr M32 zusätzlich zu den belegten Rohren ist die günstigste Versicherung gegen den nächsten Gerätetausch. Bei einer Inselhaube an der Decke kommt der Anschluss von oben: Deckenauslass an der Hauben-Position, abgestimmt mit der Pendelleuchte.
Warmwasser in der Küche. Bei zentraler Warmwasserbereitung braucht die Küche keinen Anschluss; bei langen Leitungswegen kommt ein Untertischspeicher (5 l, rund 2 kW, Steckdose) oder ein Kleindurchlauferhitzer (3,5 kW an 230 V, eigener 16-A-Kreis) in den Spülenunterschrank. Ein Durchlauferhitzer mit 18 bis 27 kW ist ein Drehstromgerät mit Festanschluss, großem Querschnitt und Anmeldung beim Netzbetreiber – im Neubau mit Wärmepumpe selten sinnvoll, im Altbau mit Etagenheizung häufig. Systeme mit Kochendwasserhahn sind Kleinspeicher mit 2 bis 3 kW und eigener Steckdose.
Wasserenthärter. Eine Enthärtungsanlage steht am Hausanschluss im Technik- oder Hauswirtschaftsraum, nicht in der Küche, und braucht dort eine Steckdose und einen Abfluss.
Smart-Geräte und Steuerung. Vernetzte Einbaugeräte ändern an der Elektroinstallation nichts, brauchen aber stabiles WLAN. Wer die Küchenbeleuchtung in ein Smart-Home-System einbinden will, plant tiefe Dosen und einen Neutralleiter an jeder Schaltstelle; bei Bus-Systemen die Busleitung. Eine schaltbare Steckdose für die Kaffeemaschine ist der Klassiker – das Symbol „Steckdose schaltbar“ im Steckdosenplaner markiert sie im Plan.
8 · Ablauf mit dem Küchenstudio
Die Küche ist das einzige Gewerk, das eigene Anschlusspläne liefert. Der Installationsplan des Küchenstudios zeigt Gerätepositionen, Nischenhöhen, Arbeitsplattenhöhe, Wasser- und Abwasseranschlüsse und die gewünschten Positionen der Steckdosen – alle Maße bezogen auf die fertige Wand und den Fertigfußboden. Der Elektroplan ordnet diesen Positionen Stromkreise, Leitungen und Absicherungen zu und ergänzt, was das Studio nicht plant: Beleuchtung, Netzwerk, Schalter, Reserve. Beide Pläne müssen vor der Rohinstallation übereinander liegen:
- Küche in der Grundrissphase vorplanen. Auch wenn die Küche erst ein Jahr später bestellt wird: Zeile oder L, Insel ja oder nein, Position von Kochfeld, Spüle, Kühlschrank und Hochschränken sollten grob feststehen.
- Installationsplan des Studios einholen. Vor der Unterschrift unter den Kaufvertrag nachfragen und auf die Bezugshöhe achten (Fertigfußboden). Kritische Maße: Arbeitsplattenhöhe, Nischenhöhe (Unterkante Oberschrank), Sockelhöhe, Position der Insel.
- Elektroplan abgleichen. Der Elektrobetrieb oder der Bauherr überträgt die Positionen in den Elektroplan (Elektroplan zeichnen: Anleitung, Elektro-Symbole im Installationsplan), ergänzt Stromkreise, Licht, Netzwerk und Reserve und prüft die Höhen gegen die Nischen. Widersprüche – Steckdose im Oberschrank, Herdanschluss hinter dem Backofen, Bodentank neben dem Sockel – fallen jetzt auf, nicht bei der Montage.
- Rohinstallation. Dosen, Leitungen, Bodentank und Leerrohre werden nach dem abgeglichenen Plan gesetzt; Höhen ab Rohdecke plus Fußbodenaufbau. Die Herdanschlussdose wird bereits jetzt verdrahtet.
- Vor der Küchenmontage: Feininstallation und Prüfung. Alle Steckdosen und Anschlussdosen der Küche sind gesetzt, die Stromkreise geprüft (DIN VDE 0100-600) und beschriftet, bevor die Monteure kommen – sonst gibt es einen zweiten Anfahrtstermin.
- Geräteanschluss klären. Herd und Festanschlussgeräte schließt eine Elektrofachkraft an – viele Küchenstudios haben dafür eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten, sonst der Elektrobetrieb. Steckerfertige Geräte stecken die Monteure ein. Wer was macht, gehört vor der Lieferung in den Auftrag.
9 · Typische Fehler
- Steckdose hinter dem Einbaugerät. Kühlschrank, Spülmaschine oder Backofen sitzen vor ihrer eigenen Steckdose; zum Ziehen des Steckers muss das Gerät ausgebaut werden. Steckdose in den Nachbarschrank.
- Herdanschlussdose hinter dem Herd. Derselbe Fehler mit Drehstrom: Die Dose ist erst nach dem Ausbau des Backofens erreichbar. 60 cm im Nachbarschrank.
- Steckdose im Oberschrank. Höhe nach Rohdecke statt Fertigfußboden angezeichnet oder Nischenhöhe nicht bekannt – die Dose verschwindet hinter dem Oberschrankboden. Nischenhöhe aus dem Küchenplan, Fußbodenaufbau einrechnen.
- Ein Stromkreis für die ganze Arbeitsplatte. Wasserkocher, Kaffeevollautomat und Toaster lösen morgens die Sicherung aus. Zwei Kreise, nach Zonen aufgeteilt.
- Kühlgerät am allgemeinen Kreis oder am gemeinsamen RCD. Ein Fehler an einem anderen Gerät schaltet im Urlaub die Tiefkühltruhe ab. Eigener Kreis, bevorzugt RCBO.
- Kein Bodentank für die Insel. Die Insel wurde nach dem Estrich geplant; jetzt bleibt nur ein Kabelkanal am Boden oder ein Aufstemmen. Bodentank vor dem Estrich, Position aus dem Küchenplan.
- Dunstabzug falsch vorbereitet. Anschluss auf 200 cm, aber es wird ein Kochfeldabzug – oder umgekehrt. Bauart vor der Rohinstallation festlegen; im Zweifel beide Positionen als Leerdose.
- Unterschrankbeleuchtung ohne Anschluss. Die LED-Leisten kommen mit der Küche, der Anschluss darüber fehlt, das Netzteil hängt an einer Arbeitsplattensteckdose. Geschalteter Auslass oder Steckdose über dem Oberschrank.
- Küchenplan und Elektroplan nie übereinandergelegt. Der Elektriker plant nach Erfahrung, das Studio nach Katalog; der Abgleich findet am Montagetag statt. Schritt 3 des Ablaufs ist der günstigste Termin des ganzen Küchenprojekts.
10 · Häufige Fragen
Wie viele Steckdosen braucht eine Küche?
Als Orientierung 5, 6 oder 8 Steckdosen zur allgemeinen Verwendung in einer Küche unter 20 m² und 6, 8 oder 10 in einer größeren, je nach Ausstattungsstufe – zusätzlich die Anschlüsse für Herd, Backofen, Spülmaschine, Kühl-/Gefriergerät und Dunstabzug. DIN 18015-2:2021-10 rechnet nach Sekundärquellen mit 3 Steckdosen plus 2 je 1,20 m Arbeitsfläche als Mindestausstattung, die RAL-RG 678 nennt für Standard und Komfort 10 bzw. 12.
In welcher Höhe sitzen Steckdosen über der Küchenarbeitsplatte?
Richtwert 115 cm über dem Fertigfußboden bis Mitte Dose, in der mittleren Installationszone der DIN 18015-3 (100 bis 130 cm). Bei einer Arbeitsplatte auf 90 bis 92 cm liegt die Dose damit etwa 20 bis 25 cm über der Platte und mittig im Fliesenspiegel. Bei höheren Platten gilt: Unterkante der Dose mindestens 10 bis 15 cm über der Platte, und die Oberkante muss unter der Unterkante des Oberschranks bleiben – die Nischenhöhe aus dem Küchenplan entscheidet.
In welcher Höhe und wo sitzt die Herdanschlussdose?
Richtwert 60 cm über dem Fertigfußboden, im Unterschrank links oder rechts neben dem Kochfeld beziehungsweise Herd – nicht dahinter, damit die Dose ohne Ausbau des Geräts erreichbar bleibt. Die Zuleitung ist eine Drehstromleitung 5 × 2,5 mm² mit 3 × 16 A Absicherung; bei einem Backofen im Hochschrank wird die Anschlusshöhe an die Gerätenische angepasst.
Welche Küchengeräte brauchen einen eigenen Stromkreis?
Nach DIN 18015-2 (Sekundärquellen) Herd beziehungsweise Kochfeld als Drehstromkreis, Backofen bei getrenntem Einbau, Spülmaschine sowie fest eingeplante Mikrowelle oder Dampfgarer, außerdem Waschmaschine, Trockner und Durchlauferhitzer, wenn sie in der Küche stehen. In der Praxis bekommt auch das Kühl-/Gefriergerät einen eigenen Stromkreis, damit ein Fehler am Toaster nicht die Tiefkühlware auftaut, und die Arbeitsplatte wird auf zwei Stromkreise verteilt.
Darf die Steckdose hinter dem Kühlschrank oder der Spülmaschine sitzen?
Zulässig ist es, sinnvoll nicht: Einbaugeräte lassen sich dann nur mit Ausbau vom Netz trennen, und bei Einbaukühlschränken passt die Dose oft nicht hinter die Gerätenische. Üblich ist die Steckdose im Nachbarschrank auf 30 bis 60 cm Höhe mit Durchbruch zur Gerätenische, bei Hochschränken oberhalb oder unterhalb der Nische. Der Küchenplan des Studios gibt die Positionen vor.
Wie bekommt eine Kochinsel Strom?
Über eine Bodendose oder einen Bodentank, der vor dem Estrich gesetzt wird, und ein Leerrohr im Fußbodenaufbau. Darin laufen die Drehstromleitung für das Kochfeld, die Stromkreise für Steckdosen an der Inselseite und Geräte in der Insel sowie gegebenenfalls die Leitung für einen Kochfeldabzug und ein Netzwerkkabel. Nachträglich ist das ohne Aufstemmen des Estrichs nicht mehr möglich; die Position muss aus dem Küchenplan stammen.
Wer schließt den Herd an?
Der Herdanschluss ist eine Arbeit an der elektrischen Anlage und gehört in die Hand einer Elektrofachkraft. Viele Küchenstudios haben dafür eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten in der Montage; ob das Studio oder der Elektrobetrieb anschließt, sollte vor der Lieferung geklärt sein. Steckerfertige Geräte wie Backofen, Spülmaschine und Kühlschrank können die Monteure einstecken, sofern die Steckdosen fertig gesetzt und geprüft sind.
Stand: 29.08.2026. Normbezug: DIN 18015-2:2021-10 (Mindestausstattung, eigene Stromkreise), DIN 18015-3 (Installationszonen), RAL-RG 678 (Ausstattungswerte), DIN VDE 0100-410 (RCD), DIN VDE 0100-600 (Erstprüfung). Die Richtwerte für Anzahl und Höhe sind Orientierungswerte des Steckdosenplaners, an die Ausstattungsstufen angelehnt; die Normzahlen und die Liste der Geräte mit eigenem Stromkreis stammen aus Sekundärquellen. Geräteleistungen und Anschlussarten sind Herstellerangaben und dem Datenblatt zu entnehmen; die Aufteilung der Arbeitsplatte auf zwei Stromkreise ist eine Praxisregel. Planung und Ausführung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Weiterlesen: Elektroplanung Checkliste Einfamilienhaus · Wie viele Steckdosen pro Raum? · Steckdosen-Höhe und Installationszonen · Stromkreise planen · Lichtschalter planen: Schaltungen · Kabelquerschnitt richtig bestimmen · Elektro-Symbole im Installationsplan · Elektroplan zeichnen: Anleitung